Buchempfehlung: Rosen und Knochen

Märchenadaptionen fasse ich normalerweise eher vorsichtig an – ich kann mit den Umsetzungen nicht immer etwas anfangen. Im Drachenmond-Verlag brauche ich mir aber scheinbar keine Sorgen zu machen. Nachdem ich schon Julia Adrians Dreizehnte Fee ganz bezaubernd fand, hat mich Christian Handels Rosen und Knochen – Die Hexenwald-Chroniken schlichtweg umgehauen.

Rosen-und-Knochen-726x1030Worum geht’s?

Zwei Hexenjägerinnen ziehen unter den Decknamen Schneeweißchen und Rosenrot umher und befreien Dörfer von Hexen, Dämonen, Trollen und sonstigen Unholden. Ihr neuester Fall: Der Geist einer Hexe sucht ein Dorf heim. Geisterkinder spuken im Wald. Geschichten von einem grausigen Ereignis, das auf dem Grundstück im Hain vorgefallen ist, lassen selbst die beiden hartgesottenen Heldinnen schaudern. Der neue Fall ist eine ganz besondere Herausforderung. Denn wie beseitigt man jemanden, der schon tot ist?Weiterlesen »

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Kill Your Darlings – die Szenen-Edition

„In writing, you must kill all your darlings.“
– William Faulkner

„Kill your Darlings“ – Töte deine Lieblinge. Dieses Zitat von Mr. Faulkner war einer der ersten Schreibtipps, die ich vor langer, langer Zeit bewusst wahrgenommen habe. Neben den Klassikern wie „Weg mit den Adverbien“ und „Tod dem Passiv“, versteht sich. Meine erste Reaktion damals? „Aber … aber … ich hab sie doch alle lieb…“

Was sind „Darlings“?

Damals dachte ich, William Faulkner würde das systematische Abmurksen von Lieblingsfiguren propagieren. Stimmt natürlich nicht – es geht um Phrasen, Sätze, Formulierungen, Szenen (und ja, ganz manchmal auch um Figuren), die man liebt. Man ist stolz darauf, man hat sie liebevoll in den Gesamttext eingebettet, möchte ihnen immer wieder über das buchstabige Haupt streicheln …

Dummerweise passen diese Darlings oft gar nicht ins Gesamtkonzept. Oder Leser verstehen sie nicht. Und wenn ein Beta-Leser die verhängnisvollen Worte: „Du, die Stelle funktioniert für mich nicht“ äußert, zieht sich die arme Autorenseele zusammen und möchte zum Himmel schreien – immerhin ist das Baby genial, perfekt, es muss einfach ins Manuskript …

Glaubt man. Weiterlesen »

NaNoCheatMo

Es ist November! Und jeder, der auch nur ansatzweise dem Schreiben zugeneigt ist und sich darüber via Internet mit Leuten austauscht, weiß, was das heißt: Es ist NaNoWriMo alias: Wir schreiben einen 50.000 Wörter-Roman in einem Monat! Und ehrlich, Leute, ich bewundere jeden, der in der Zeit auch nur ein halbes Buch schreibt.

Beichte meinerseits: Ich habe noch nie ernsthaft versucht, am NaNoWriMo teilzunehmen. Zumindest nicht so, wie er eigentlich vorgesehen ist. Heißt: Ich habe nie versucht, im November einen Roman von A bis Z zu schreiben.

Das liegt in erster Linie daran, dass die Herzensprojekte, die ich unbedingt schreiben wollte, nie bis November gewartet haben. Als ich also das erste mal etwas vom NaNo mitbekam – das war im Herbst 2011 – habe ich meine Premiere direkt mit einem NaNoCheatMo begonnen und es seitdem immer mal wieder gemacht.Weiterlesen »

Rückkehr ins Schreiberland und andere Neuigkeiten

Im letzten Dreivierteljahr habe ich unter akutem Schreibentzug gelitten. Schreibblockaden, bei denen man einfach kein Wort auf die leere Seite bekommt, kennt wohl jeder Autor. Die hatte ich aber nicht. Bei mir war es schlichtweg eine sehr lange Lebensblockade – die böse Stiefschwester der Schreibblockade, wo man einfach nicht dazu kommt, sich um seine Geschichten und Figuren zu kümmern (und ja, es tut weh).

Mein Leben hat sich dieses Jahr komplett umgekrempelt. Ich habe meine Abschlussarbeit geschrieben, das Studium abgeschlossen, bin auf Jobsuche gegangen, habe eine Wohnung gesucht, bin umgezogen. Das allein hat schon sehr viel Zeit und Nerven in Anspruch genommen, und Raum in meinem Kopf ebenfalls. Zudem ging es mir selbst über einen längeren Zeitraum nicht besonders gut, sodass die Prioritäten zwangsweise etwas anders lagen als mir lieb war. Manchmal grätscht das Leben eben dazwischen. Ich musste schweren Herzens Ausschreibungen sausen lassen, bei denen ich wirklich gerne mitgemacht hätte, und insgesamt habe ich so wenig geschrieben wie seit Jahren nicht mehr. Leider. Also, zumindest bis Mitte Juli war das so.Weiterlesen »