Wie handhabt man zu viele Plotbunnies?

Zu viele Plotbunnies sind ein Luxusproblem. Und genau das Gegenteil von dem, was ich die letzten 5 Jahre hatte, wo ich um jede Idee kämpfen musste. Aber: Mich fallen momentan hinterrücks die Ideen an. Und es sind keine kleinen Kurzgeschichten-Ideen – nein, nein, es müssen schon gleich Romane oder gar mehrteilige Geschichten sein.

Das ist wundervoll! Gerade fließt und sprüht die Kreativität, die Inspiration war ewig nicht mehr so da – aber mein Hirn ist überfordert. Überfordert, weil es gar nicht weiß, wo es anfangen soll, wenn hier und da Figuren, Konstellationen, Konflikte und Welten aus dem Boden sprießen wie der Löwenzahn auf der Wiese.Weiterlesen »

Pseudonyme

Früher oder später (spätestens, wenn die erste Veröffentlichung ansteht) schlägt sich wahrscheinlich jeder Autor mit der Frage herum: Klarname oder Pseudonym?
Es gibt viele Gründe, sich für oder gegen ein Pseudonym zu entscheiden. Ich schreibe (ganz uneigennützig) erst zum jetzigen Zeitpunkt über das Thema, weil auch ich mir eins zugelegt habe. Aber dazu später. Erst einmal widmen wir uns den grundsätzlichen Fragen.

Was spricht für ein Pseudonym?

Da fallen mir auf Anhieb sehr viele Gründe ein: Anonymität, Schutz der eigenen Person und Familienangehörigen (wie Autorenkollegin Margret Kindermann vor kurzem twitterte: Man muss nicht berühmt sein, um gruselige Personen anzulocken, von denen man nicht will, dass sie deine wahre Identität kennen). Vielleicht ist der eigene Name auch nicht so klangvoll, schwer zu merken oder zu buchstabieren. Oder das Gegenteil ist der Fall: So geläufig, dass man sich damit nicht abhebt.

Des Weiteren kann auch die künstlerische Ausrichtung ein Grund sein. Zwar gibt es auch Autoren, die alles unter demselben Namen veröffentlichen, aber wenn man eigentlich für blutigen Slasher-Horror bekannt ist, macht es durchaus Sinn, sich für das geplanten Kinderbuch ein Pseudonym zuzulegen. Weiterlesen »

Empfehlungen zum #Bücherhamstern

Ihr werdet es mitbekommen haben, ich bin schließlich etwas spät dran auf dieser Party: Der Hashtag #bücherhhamstern, der nach der Absage der Leipziger Buchmesse von Art Skript Phantastik-Verlegerin Grit Richter und Autorin Sabrina Železný ins Leben gerufen wurde, ist regelrecht viral gegangen (ein Interview dazu mit Grit könnt ihr hier nachlesen). Dass die Sache so einen Aufwind bekommen hat, ist super. Denn im Gegensatz zu Verlagskonzernen sind kleinere Verlage und auch Self-Publisher auf die Verkäufe der Messe angewiesen, die durch die Absage nun ausbleiben. Wie können wir also helfen?

Indem wir nicht Klopapier, Nudeln und Ibuprofen hamstern, sondern Bücher! Die wir am Besten direkt bei den Kleinverlagen in den verlagseigenen Shops o.ä. kaufen. Sowieso sollte man viel mehr Bücher aus Kleinverlagen lesen, denn hier finden sich richtige Juwelen und Schätzchen, weil viele der Verleger:innen mehr Mut haben, Bücher zu verlegen, die divers, inklusiv und erfrischend anders sind. Also, worauf wartet ihr noch?

Meine persönliche Einkaufsliste:

  • Fabienne Sigmund: Das Mädchen von Mirror’s End (Art Skript Phantastik Verlag)
  • Jenny Wood: Der Hain hinter dem Herrenhaus (Art Skript Phantastik Verlag)
  • Sarah Stoffers: Berlin: Rostiges Herz (Amrûn Verlag) – meine persönliche Entdeckung des Jahres ❤
  • Melanie Vogltanz: Shape Me (Verlag Ohneohren)
  • Melanie Vogltanz: Schwarzmondlicht (SP)
  • Fabienne Sigmund: Das Zylinderkabinett (Art Skript Phantastik Verlag)
  • Robert Friedrich von Cube: Seelenjäger Part 3: Der Tod im Koffer (Verlag in Farbe und Bunt)

Weitere Empfehlungen:

  • ungefähr alles von Nora Bendzko, ganz besonders aber Wolfssucht (SP)
  • Melanie Vogltanz: Rabensohn (SP)
  • Robert Friedrich von Cube: Seelenjäger Part 1: Das Land zwischen den Linien (Verlag in Farbe und Bunt)
  • Robert Friedrich von Cube: Seelenjäger Part 2: Bube, Dame, König, Geist (Verlag in Farbe und Bunt)
  • Susanne Pavlovic: Feuerjäger (Amrûn Verlag)
  • M.W. Ludwig: Der Earl von Gaudibert: Eine Novelle (Art Skript Phantastik Verlag)
  • M.W. Ludwig: Der Earl von Gaudibert gegen die Mächte der Finsternis Part 1 & 2 (Art Skript Phantastik Verlag)
  • Julia Adrian: Die 13. Fee (Drachenmond Verlag)
  • Kenzie Phönix: Träume aus Nacht & Ewigkeit (SP)

Und solange sie noch da sind, möchte ich in eigener Sache auch auf zwei Anthologien hinweisen, die Geschichten von mir enthalten, demnächst aus dem Programm genommen werden, aber eigentlich bis zur LBM verkauft werden sollten:

  • Fantasy Noir (Art Skript Phantastik)
  • Die Damen der Geschichte (Art Skript Phantastik)

 

Also, hamstert schön und viel Spaß beim Lesen 🙂

Unerwünschte Nebenwirkungen von “Tell-Don’t-Show”

Die Schreiberweisheit „Show Don’t Tell“ („Zeigen, nicht erzählen“) ist eigentlich ein alter Hut für Autoren – sollte man meinen. Show don’t tell macht die Geschichte dynamischer, spannender. Wirft die Leser in die Geschichte, lässt sie die Welt hautnah erleben, statt ihnen alles aus zweiter Hand vorzukauen. Wenn man stattdessen eher Tell don’t show („Erzählen statt Zeigen“) betreibt, ist das Buch bestenfalls langweilig. Bestenfalls.

Schlimmstenfalls wirkt es sich aber auch auf andere Faktoren aus: Auf die Wahrnehmung der Charaktere, das Tempo, und im Worst Case-Szenario funktioniert das Buch für den Leser nicht. Das ist mir dieses Jahr leider häufiger passiert. Ich habe mehrere Fail-Bücher abgebrochen. Es kamen mehrere Faktoren zusammen, aber ein wichtiger Punkt war, dass die Autoren Show Don’t Tell so gründlich vermasselt haben, dass die ganze Geschichten mich kaltließen.

Zeit also, noch einmal darüber zu sprechen, warum Show Don’t Tell wichtig ist, und welche unliebsamen Nebenwirkungen es haben kann, wenn man „Show“ ignoriert.Weiterlesen »