Rückblick – eine Jahresbilanz

Und schwupp ist 2015 wieder vorbei. Ein turbulentes und intensives Jahr, in dem ich eigentlich glaubte, auf der kreativen Ebene nicht viel geschafft zu haben. Nur um dann bei der Planung dieses Posts festzustellen, dass das gar nicht stimmt.

Der Eindruck, ich hätte schreibtechnisch nicht viel auf die Reihe bekommen, rührt, so vermute ich, vor allem daher, dass mich mein Romanprojekt zur Verzweiflung getrieben hat. Ich habe das dritte Unterbuch 2x praktisch neugeschrieben und bin trotzdem nicht zufrieden mit dem Ergebnis, was aber wohl vorwiegend daran liegt, dass ich schlichtweg nie Zeit hatte, mich wieder ordentlich in die Geschichte einzuarbeiten.

Zeitmangel war ohnehin ein großes Problem dieses Jahr. Für lange Projekte war dieses Jahr einfach keine Zeit, kein Kopf. Leider. Stattdessen war es aber ein Jahr der kleinen, bzw. kurzen Dinge.

Im Februar ist wider Erwarten „Blutgold“ entstanden und hat es, ebenfalls wider Erwarten, in die Fantasy Noir-Anthologie des Art Skript Phantastik Verlags geschafft. Wider Erwarten vor allem deshalb, weil es erstens mein erster Krimi-Versuch war und weil ich zweitens seit Dezember 2014 an Ideen herumgekleckst habe, aber nie auf einen grünen Zweig gekommen bin. Ungefähr bis zwei Tage vor Einsendeschluss, als Moira dann spontan ihre Blitzumschulung von der Privatdetektivin zur Journalistin machte. Dass sie mir erhalten bleibt und sich für weitere Projekte zur Verfügung stellt, hätte ich von einer Krimi-Protagonistin ebenfalls nicht gedacht. Obwohl die Geschichte in einer ziemlich heftigen Zeit geschrieben wurde, mag ich sie immer noch extrem gerne, und auch bei der Leserschaft hat Moira, zumindest den Rezensionen nach zu urteilen, bislang mit den größten Anklang gefunden. War mir eine Ehre, Miss Bran 🙂

Ende August stolperte, passend zum Blutmund, der ebenfalls in der Geschichte auftritt, ein Mutter-Tochter-Gespann in meinen Kopf. Urd und Tark könnt ihr dann nächstes Jahr in der ohneohrigen Heimchen am Schwert-Anthologie kennen lernen.

Zudem wurde ja auch mein Ungeziefer-Märchen „Das vergiftete Herz“ bei Torsten Low angenommen (was ich immer noch nicht recht fassen kann – ich meine, Torsten Low!!). Das Buch soll nächsten Monat erscheinen, ich halte euch hier auf dem Laufenden. Beim BuCon habe ich bereits eine traumhaft schöne Broschüre erhascht, in der man bereits die wunderbaren Illustrationen bewundern konnte, mit der diese Anthologie aufwartet. Jetzt bin ich noch viel gespannter, wie das Buch aussehen wird!

Dann habe ich hier noch eine zu ¾ fertige Rumpelstilzchen-Neuinterpretation auf der Festplatte liegen, die eigentlich für den Märchen-Reihenwettbewerb des Waldhart-Verlags gedacht war. Ich habe sie leider nicht fertig bekommen, aber vielleicht darf die Geschichte ja irgendwann trotzdem aus der Schublade 🙂

Und zuletzt natürlich der Adventskalender. Wie gesagt, für lange Projekte war keine Zeit; aber über einen Zeitraum von 2 Monaten (im Oktober habe ich mit dem ersten Türchen angefangen) immer wieder kleine Texte zu schreiben, hat mich, glaube ich, gelegentlich vorm Wahnsinnigwerden gerettet. Ich überlege, für den Rest des Semesters ein Wochendings aufzuziehen, um weiter eine Motivation zu haben, mit kleinen Sachen am Ball zu bleiben, solange ich nicht an meinen größeren Projekten weiterarbeiten kann. Weihnachtsrituale sind in dem ganzen Stress ja leider auch untergegangen, aber das tägliche Online-Stellen von Türchen war ein hübsches Rituälchen 🙂 Danke nochmal an alle, die mitgelesen und so lieb kommentiert haben!

Ach, apropos Weihnachten. Zwiste mit dem heimischen Weihnachtsbaum haben Ideen für eine Kurzgeschichte hervorgebracht.

Abgesehen vom Selbstgeschriebenen habe ich wohl noch nie so viel Material von lieben Kollegen gegen- und betagelesen, und es ist großartig! Wundervolle, wahnsinnig talentierte Leute haben mich ihre Geschichten lesen lassen und im Gegenzug zu meinem Geschreibsel Feedback abgegeben. Ein besonderes Vergnügen ist es immer wieder mit Robert von Cube und Isabell Kohlberger, die beide großartige, fantastische Geschichten schreiben. Es ist immer wieder ein Fest, sich mit den beiden auszutauschen.

Auch an der nicht-schreiberischen Kreativfront war einiges los. Mit besagter lieben Namensvetterin habe ich einen Film über Steampunk gedreht (in dem die Literatur aber trotzdem nicht fehlt):

Radio-Features sind entstanden. Im Oktober hatte ich meinen ersten Gesangsauftritt seit 5 Jahren, und dann letzte Woche, ganz unverhofft, noch einen weiteren spontanen. Grundsätzlich dieses Jahr oft vor Mikrophonen gestanden, sprechender- und singenderweise. Und mehr Musik gemacht als sonst, alleine und mit anderen.

Aus genau diesem Grund liebe ich solche Jahresrückblicke. Da wird einem erst einmal klar, was man eigentlich doch alles gemacht hat, auch wenn es einem währenddessen gar nicht so vorkam.

Von der Rezipientenseite her: Lesetechnisch war es ein verflucht gutes Jahr. Viele Punkte auf dem Will-Ich-Lesen-Stapel abgearbeitet, dabei einige wundervolle Autoren entdeckt, zum Beispiel Edwidge Danticat oder Patricia Penn (sofern ihr des Englischen mächtig seid und euch für Urban Fantasy mit einer Romanze – falls man das so nennen kann – zwischen zwei Dämoninnen erwärmen könnt, lest unbedingt Penns „A Gift of Words“ in der Anthologie Do You Feel What I Feel. Diese Geschichte ist mit das Beste, was ich dieses Jahr lesen durfte!). Ich habe endlich Stephen Kings Dunklen-Turm-Zyklus beendet, ganz viel Kim Harrison gelesen und leider feststellen müssen, dass ich Patrick Rothfussens hochgelobten Kvothe nicht mag, weshalb ich mir, trotz wundervollem Schreibstil, den zweiten Teil der Kingkiller Chronicles wohl nicht geben werde. Dafür freue ich mich umso mehr, wenn nächstes Jahr Patricia Penns Roman erscheint 🙂

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei euch Lesern bedanken, dass ihr hin und wieder vorbeischaut 🙂 Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und das allerbeste für 2016.

Man liest sich!

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