Antagonisten – über Schurken, Bösewichte und die Weltherrscher von Morgen

Voldemort_3435101bMeine Damen und Herren, ich möchte heute gerne mit Ihnen über Antagonisten sprechen. Über Gegenspieler, Bösewichte, Schurken, diejenigen, die dem Protagonisten das Leben schwer machen. Die Saurons, die Voldemorts, die Randall Flaggs, die…
Moment.
Nein, pardon. Ich muss sagen, von Saurons und Randall Flaggs habe ich die Nase voll. Warum? Weil diese Superschurken einfach nur böse sind. Mit wenig bis gar keinem Grund. Randall Flagg wird in diversen Stephen King-Büchern sogar explizit als teuflische Figur dargestellt, und das finde ich… irgendwie echt langweilig.

Die selbsternannten Herrscher der Welt

Es gibt einen Antagonistentypen, den ich nicht mehr sehen kann: Den Weltherrscher. Dieser Antagonist will nichts Geringeres als das Universum. Dafür strebt er nach Macht und freut sich währenddessen noch darüber, wie böse er ist.

(ich bin nicht sicher, ob Krypteria das hier ernst meinten, aber sie haben gleich 3 Hymnen für diese Evil Overlords geschrieben: „Get the Hell Out Of My Way“ [inklusive bösem Latein-Chor!], „Kiss Your Life Goodbye“ und „When the Dust begins to settle“. Hört es euch ruhig mal an oder lest euch die Texte durch, das ist Comedy 😉 )

Diese Evil Overlords sind oft böse, weil der Gegenspieler des Helden eben böööse sein muss. Manchmal sind sie auch das Böse™ in Person (wo man Leser wie mich, die per se nicht an „Das Böse™“ glauben, dann auch schnell mit den Augen rollen sieht).

Sauron und Voldemort gehören zu dieser Kategorie. Was ich mich bei solchen Antagonisten immer frage: Was wollt ihr denn mit der Welt, Jungs? (Ja, meistens sind es Jungs). Was hat Sauron davon, den Ring wiederzubekommen? Sauron.jpgWas will er mit Mittelerde? Welches Ziel verfolgt er? Haben wir nie herausbekommen. Bei Voldemort sieht es ein bisschen anders aus, der hat ja gleich zwei Ziele: Unsterblichkeit und Macht. Zum ersten: Geschenkt, er hat eben eine ausgeprägte Todesphobie, das Thema wurde schon in unzähligen Geschichten abgeklappert. Aber was hat er persönlich von der Welt, die er anstrebt? Von einer Reinblutwelt und Macht über Muggel? Was genau hat er vor? Wie würde sich für ihn persönlich positiv auswirken? (vor allem, wenn man bedenkt, dass er als Halbblut ja eigentlich zur verfolgten Minderheit gehört). Und was zum Teufel hat er eigentlich davon, seine treuen Diener zu foltern? (warum hat er überhaupt noch treue Diener, wenn er sie so mies behandelt?)

Ihr merkt, worauf ich hinaus will. Wenn das Motiv „Macht“ heißt, und vor allem wenn sich diese Macht destruktiv auf den Rest der Welt auswirkt, dann sollte der Antagonist einen konkreten Plan für die Welt haben. Wenn er sie bloß will, um mit der Faust draufzuhauen wie ein jähzorniges Kindergartenkind auf die Sandburg, weil er’s eben kann … mh. Wieder Beispiel Voldemort: Schön, vielleicht will er Macht, um seine Minderwertigkeitskomplexe auszubügeln und um seinen inneren Kontrollfreak zu befriedigen. Dann bleibt aber trotzdem die Frage nach dem „Und dann?“ Nicht falsch verstehen – es ist total okay, wenn der Schurke das Universum regieren will. Er sollte nur einen guten Grund dafür haben. Das Universum ist groß und Regieren macht einen Haufen Arbeit. So etwas plant man nicht einfach so.

Stellt euch mal vor, Sauron hätte gewonnen. „Yaaay, liebe Orks, Mittelerde gehört uns!“ – „Yaay, mein Lord! Und jetzt?“ – „Öhm… jemand Lust auf Grillen? Feuer haben wir ja jetzt genug…“ – „Juhu, Hobbit-Würstchen! Dafür hat sich der Aufwand gelohnt!“

Was die Bösigkeit anbelangt … ich glaube, die bekommt einen eigenen Text.

Niedere Motive

Interessanterweise gibt es in den benannten Geschichten – Herr der Ringe und Harry Potter – kleinere Antagonisten, Handlanger, Schergen, die ich persönlich viel interessanter fand als die Oberschurken. Das lag vor allem daran, dass sie konkretere Motive haben. Niedere, aber konkrete Motive.

bellatrix by makani
Bellatrix foltert Hermine – Illustration von Makani

Peter Pettigrew zum Beispiel. Peter wird von Angst angetrieben, von Feigheit und vielleicht auch von Geltungsdrang und Neid. In seiner Jugend stand er stets im Schatten seiner talentierten, beliebten Freunde James und Sirius. Durch die Informationen, die er Voldemort geben konnte, wurde er plötzlich wertvoll, auch wenn er dadurch zum Verräter an seinen besten Freunden werden musste. Sein Motiv schlägt im Laufe der Geschichtein Richtung Überlebensdrang um. Ein nachvollziehbarer Grund, wenn auch nicht (gryffindor-)ehrenhaft. Dolores Umbridge dagegen strebt zwar ebenfalls nach Macht, aber bei ihr hat das eine andere Qualität als bei Voldemort, weil sie nicht wirklich aktiv wird, sondern sich bei dem jeweils gerade herrschenden Regime anbiedert, um ihre Macht zu halten oder zu vergrößern – sie ist eine Opportunistin der übelsten Sorte. Das ist so realistisch, dass es wehtut, und man hasst Umbridge aus verschiedenen Gründen leidenschaftlich. Außerdem hat sie eine sadistische Ader (sie lässt z.B. Harry „Ich soll keine Lügen erzählen“ in seinen eigenen Handrücken ritzen). Diese Eigenschaft teilt sie wiederum mit Bellatrix Lestrange, in meinen Augen eine viel beängstigendere Antagonistin ist als Voldemort (den ich im 7. Band irgendwann nicht mehr ernstnehmen konnte). Auch sie ist Sadistin, und ist zudem auch eine derjenigen, die tatsächlich etwas davon hätte, wenn Voldemort siegen und sein Reinblutweltbild durchsetzen würde – dann stünde Bellatrix nämlich ganz oben in der Nahrungskette. Auch hier ist die Triebkraft (ihr beängstigender und ekliger Rassismus) zum Kotzen nah an der Realität.

Andere niedere Motive: Gier, Verlangen nach Anerkennung, die eigene Haut retten wollen, Verbrechen vertuschen, Bereicherung, Rache (wobei die leicht in eine andere Kategorie rutschen kann – je nach Auslöser). Wenn wir solche Motvationen nicht nur bei Handlangern, sondern bei den richtigen Schurken antreffen, erhalten wir Bösewichte, die wir nach Herzenslust hassen können. Das ist gut. Denn der Antagonist sollte starke Gefühle im Leser wecken – Angst, Wut, Hass, Zähneknirschen, Kuschelkissen boxen … Wenn der Schurke (und das, was er tut) dem Leser egal ist, wieso sollte der Held dann den Aufwand betreiben, ihn zu stürzen?

Nachts sind alle Schurken grau

Ich persönlich finde allerdings gerade die Antagonisten am spannendsten, die ich nicht aus vollem Herzen hassen kann, obwohl sie furchtbare Dinge tun. Vor einiger Zeit habe ich gelesen, dass man gerade bei Mystery- und Krimigeschichten dafür sorgen soll, dass der Leser kein Mitleid mit dem Schurken bekommt – das würde die Geschichte kaputt machen. Aber die besten Antagonisten sind in meinen Augen immer noch die, die in ihrer eigenen Geschichte der Held sind. Auch wenn sie damit möglicherweise den Status „Bösebösebösewicht“ verlieren, Gegenspieler sind sie in der Regel ja trotzdem noch.

Dafür brauchen sie vor allem zwei Dinge: Ein Ziel, dessen Erreichen auch der Leser für wünschenswert oder zumindest nachvollziehbar halten kann. Und eine Vergangenheit oder eine Motivation, die eine gewisse Tragik oder ein erlösendes Element darstellt.

Und dafür darf der Antagonist gerne aus der schwarzen Ecke des Spektrums krabbeln und es sich im grauen Bereich gemütlich machen.

gollum1Warum steht Gollum nicht oben in der Liste? Schließlich will er die ganze Zeit den Ring – zählt das nicht zu Gier oder Bereicherung? Ist das kein niederes Motiv? Für mich ist Gollum eigentlich nicht direkt ein Antagonist, genau wie Frodo für mich nicht als Held zählt. Gollum ist ein Junkie – er ist süchtig nach dem Ring wie nach einer Droge. Und Süchte … mag ich eigentlich nicht in die Kategorie „niedere Motive“ stecken. Man spricht nicht umsonst von Suchtkrankheiten. Damit ist Gollums Konflikt für mich eher tragisch. Ja, er ist Frodos Gegenspieler. Aber gewissermaßen ist er auch Frodos Spiegel, und genau dadurch fühlen wir ab einem bestimmten Punkt mit ihm. Wir kennen seinen Hintergrund, wir kennen sein Leid und wir wünschen uns so sehr, dass Sméagol den Kampf gegen seinen Schatten Gollum gewinnt.

Graue Figuren sind nicht immer Antagonisten. Oft sind auch die Helden grau. Aber graue Figuren kommen nicht selten als Antagonisten daher oder werden zumindest über einen langen Zeitraum als solche behandelt. Denkt an Snape. Denkt an die Lannister-Zwillinge. Denkt an Darth Vader. Denkt an Davy Jones.

Diese Figuren begehen im Laufe der Geschichten scheußliche Taten. Sie verraten, sie morden (oder versuchen es zumindest), sie sind grausam, sie fügen Leuten Schmerzen zu, sie handeln scheinbar aus purem Egoismus. Nichts davon ist okay. Und trotzdem rutschen sie in den Bereich, wo wir als Leser/Zuschauer mit ihnen empfinden.

Darth-Vader-Anakin-star-wars-revenge-of-the-sith-23604595-397-284Weil wir nach und nach die Gründe für ihr Handeln verstehen lernen. Weil wir herausfinden, dass ihre Handlungen oftmals einem Dilemma entwachsen (Jamie Lannister hatte einen guten Grund, den König zu ermorden, Anakin wollte Padme retten, Trent Kalamack ist ein wandelndes Dilemma). Oder weil die Gründe zutiefst menschlich sind – fehlgeleitete Liebe, Süchte, falsche Entscheidungen aus den richtigen Gründen … und die oben genannte Rache. Rache als Motiv klingt im ersten Moment irgendwie oft pathetisch, aber es kann ein verdammt guter Grund sein, je nachdem, was der Auslöser war (Rache liegt ja immer der Wunsch nach Gerechtigkeit zugrunde).

Im Gegensatz zu den Weltherrschaftsschurken haben diese grauen Antagonisten sehr realistische und menschliche Motivationen für ihr Handeln – Motivationen, die wir gut nachvollziehen können, auch wenn wir die Handlungen, die sie zur Erreichung ihrer Ziele begehen, verurteilen. Es ist absolut nicht okay, dass sie durch die Gegend morden, aber wir wissen, wieso sie es tun. Vielleicht finden wir das Ziel sogar wünschenswert, sind aber mit dem Weg dorthin absolut nicht einverstanden. Vielleicht mögen wir die Figuren, weil sie gut geschrieben sind oder wir Mitleid mit ihnen haben, verdammen aber, was sie tun.

Emotional nimmt es mich viel stärker mit, wenn ich weiß, warum eine Figur, die schreckliche Taten begeht, so tickt wie sie tickt. Wenn ich sogar Sympathie für eine Figur empfinde, deren Taten das Prädikat „böse“ verdienen, ist meine emotionale Reise noch intensiver als wenn ich den Antagonisten von Anfang bis Ende ohnehin als Antagonist abgeschrieben habe. Den bösen Antagonisten hasse ich mal mehr, mal viel, viel mehr, aber interessanter (weil komplexer) ist die emotionale Reise, wenn ich eben nicht ausschließlich Abneigung für meinen Antagonisten empfinde.

Wie sehr ihr das? Mögt ihr die Evil Overlords? Langweilen sie euch? Ist ihre Zeit vorbei oder haben sie immer noch ihre Berechtigung? Was muss ein guter Bösewicht für euch mitbringen? Gibt es Antagonisten, die euch (im guten wie im schlechten) beeindruckt haben? Welche, die ihr leidenschaftlich gehasst habt – oder welche, die ihr nicht so recht hassen konntet? Ich freue mich über Meinungen 🙂

Advertisements

11 Gedanken zu “Antagonisten – über Schurken, Bösewichte und die Weltherrscher von Morgen

  1. Hmmmmm. Also das ist schwierig. Voldemort ist übrigens in meinen Augen der problematischste Vertreter, den ich kenne und gleichzeitig auch nicht weil es irgendwie alles so extrem symbolisch ist.
    Mein Lieblingsbösewicht ist immer noch Orochimaru aus Naruto, aber ich kann es nur damit begründen, dass er enorm rätselhaft ist. Irgendwie einfach ein irrer Wissenschaftler (auch einer, der das Mittel zur Unsterblichkeit gefunden hat), ein gnadenloser Manipulator, einer, dem ich zumindest ansatzweise perverse Neigungen unterstellen würde und der (obwohl das eigentlich gar nicht sein kann) auch eine menschliche Seite hat und Empathie zeigt. Manchmal. Wenn er Bock drauf hat. (btw. Schlangen überall, aber er sagt explizit dass er auf Weltherrschaft keine Böcke hat)

    Davon abgesehen ist es sehr schwierig. Vor allem weil ich finde, dass immer mehr die Neigung dazu geht, dass man die Helden und die Bösen anhand ihres Denkens schwer unterscheiden kann.
    Und ich fänd es mal super interessant darüber nachzudenken, was Sauron denn wirklich eigentlich will mit ganz Mittelerde…

    • Voldemort ist in der Tat schwierig. Ich glaube, was mich bei ihm in erster Linie stört, ist sein Verhalten in Band 7, weil das eben so in diese „Wenn ich richtig wütend werde, gibt’s Tote und ein Cruciatus-Festival“-Schiene war, die man eben sonst so von Klischee-Villains kennt – was nicht so richtig zu dem wirklich gruseligen Voldemort passt, der in Band 4 aus dem Kessel geklettert ist. Da fand ich es ausnahmsweise tatsächlich besser, wie sie es im 8. Film geregelt hatten, dass er wegen der zerstörten Horkruxe so drauf war, aber im Buch war er es nun mal nicht.
      Orochimaru klingt interessant. Ach man, irgendwann gebe ich mir Naruto mal…
      Ich hab den Text übrigens mit Trent und Al im Hinterkopf geschrieben. Vor allem Al. Die beiden sind in den ersten … 4? 5? 6? Büchern ja mit die Hauptantagonisten, und sie machen wirklich, wirklich fiese Sachen, und dann erfährt man auf einmal mehr und alles wird in ein anderes Licht gerückt (so sehr übrigens, dass ich die Wendung mit Trent anfangs echt nicht mochte, weil er schon fieses Zeug mit Rachel gemacht hat, aber er verändert sich ja auch arg).
      Das mit der Unterscheidung zwischen Helden und Bösen stimmt auch. Das macht es schwierig – ist mir persönlich aber um Welten lieber als die x-te Inkarnation von… Mortok oder Rhaka Sheela *tsch* 😀
      Was Sauron angeht … meine Güte, Morgoth hatte wenigstens ein paar Juwelen als Entschuldigung, aber Sauron… war vielleicht einfach langweilig?

      • Ein paar Juwelen 😀
        Ja, ich bin übrigens selbst mit mir am Hadern weil ich Al so gern mag. Weil er auf der anderen Seite ja doch irgendwie übel drauf ist und auch irgendwie Sadist (und ich finde es bedenklich, dass man ihn nur ganz am Anfang so gesehen hat überhaupt, das hat mich glaub ich schon im 2. Buch auf seine Seite überwandern lassen. Wobei ich bei dieser ganzen Dämonenbeschwörerei immer von Bartimäus geprägt bin…

        • Ja, Al … Einerseits find ich ihn toll, andererseits ist der markantesten Szenen, die ich im Kopf hab, immer noch die, wo Rachel Ceri kennenlernt (ich hab das nur 1x gelesen, und das ist 7 Jahre her). Dass er sie geliebt (und sie Stockholm-Syndrom entwickelt) hat, macht es auch nicht besser, wie er sie über so verdammt lange Zeit behandelt hat. Und auf der anderen Seite habe ich die Dämonen als gesamte Spezies total ins Herz geschlossen, wie das eben mit Underdogs so ist. Aber da sind wir dann wieder beim Thema: Fiese Sachen, aber man versteht, warum. Al ist da ja nicht der einzige, der übel drauf ist.

          • Ja. Übrigens gibt es ja noch Nick. Wenn ich das richtig im Kopf hab dann mochte ich ihn nie so richtig und er ist echt ein Obera*******h. Ich mag die Dämonen auch. Und vor allem Al. Aber mir ist nicht so wohl dabei XD (übrigens geht es mir mit der Ceri-Szene genauso)

  2. Was ich allerdings noch sagen wollte über evil overlorlds ist, dass manche Storys einfach so symbolhaft und archetypisch sind, dass die Schurken einfach keine kompliziert-realistisch-runden Charaktere sind… Das befreit allerdings nicht von der Frage, was an ihnen denn böse ist bzw was den Helden jetzt eigentlich zum Guten macht… Ich finde, dass zumindest HP zum Teil so angelegt ist

    • Richtig, Nick. The guy one loves to hate ^^. Der ist echt der Oberseppel.
      Was die evil overlords angeht: Ja, das stimmt, und das hängt wohl auch damit zusammen, dass sich zumindest Fantasy so viel an Mythen orientiert, bzw. es ja meistens grundsätzlich um den Kampf zwischen Gut und Böse geht. Und da läuft es dann oft darauf hinaus, dass „DAS Böse“ personifiziert wird. Nur ist mir das für Bücher, die jetzt geschrieben werden, zu stark vereinfacht, es gibt inzwischen so viele Varianten davon, und ich bin ehrlich gesagt ganz froh, dass die Tendenz weg von dieser Schwarzweiß-Denke und hin zu den Zwischentönen geht.
      Bei Harry Potter finde ich es nämlich eben genau deshalb insofern nochmal komplizierter (und interessanter), weil Harry und Voldemort praktisch dieselbe Ausgangssituation hatten (nur dass Harry 15 Monate Elternliebe bekommen hat) und die beiden sich in völlig entgegengesetzte Richtungen entwickelt haben. Genau die Fragen werden ja auch gestellt, bzw. Harry stellt sie sich selbst immer mal wieder.

      • 🙂 stimmt. Und niemand bekommt je befriedigende Antworten darauf. Obwohl das mit den 15 Monaten schon ein ganz entscheidender Unterschied ist 😉 und natürlich plädiere ich auch für die graue Zone. Anders ist schon irgendwie langweilig.
        Bei Voldis Anhängern denk ich übrigens immer an eine Sekte, was die Ergebenheit angeht. Ich finde, dass das so aufgebaut ist bei den Todessern (übrigens finde ich den Namen bis heute bekloppt)

        • Ja, ich meine, Dumbledore sagt, es liegt an den Entscheidungen, die man trifft, aber Voldemort war ja schon als Kind ein bisschen psychopathisch und hat Tiere und Kinder gequält… Mh. Ich hab gestern noch ein Weilchen über ihn nachgedacht, das ist echt nochmal Stoff für einen eigenen Text, weil besonders der Teil mit den Horkruxen so komplex ist.

          Und ja, voll. Bzw. ne Kreuzung aus Sekte und Zaubernazis. Übrigens, zum Namen, ich hatte da was im Hinterkopf, dass das mit irgendwelchen Royal servants oder so zu tun hat… Okay, fast. Harry Potter Wikia sagt: „Der Name Death Eaters, den die Anhänger Voldemorts sich selbst gegeben haben, spielt auf die realhistorische Bezeichnung der Diener und Günstlinge des engl. Königs an (Beefeater) […] Dieser Hintergrund des Namens dürfte insbesondere den meisten deutschsprachigen Lesenden nicht geläufig sein. In der wörtlichen deutschen Übersetzung fehlt deshalb jeder Bezug und der Name Todesser klingt eher irritierend (Kannibalen oder was?). Eine weitere Assoziation könnte „sin-eater“ sein.“

  3. Evil Overlords finde ich eher langweilig. Die „Bösen“, mit denen ich wirklich mitgefiebert/mitgelitten habe, ware bzw. sind zum Beispiel der schon von dir genannte Snape aus HP, aber zum Beispiel auch Spike aus „Buffy“, Balthasar/Cole aus „Charmed“ oder der Digimonkaiser aus der zweiten Staffel „Digimon“. Es gibt bestimmt noch mehr, die mir gerade nicht einfallen.
    Bei den Helden/Protagonisten ist’s aber ähnlich – da gibt’s auch die „Überhelden“, die nur gut sind und meistens deswegen auch extrem langweilig/nervig. Auch die Helden sollten Ecken und Kanten haben, dass man die Geschichte wirklich mitleben kann. Wie siehst du das?

    • Danke für den Kommentar!
      Ah, Spike ist auch eine tolle Figur. Wobei ich den eigentlich nicht so wirklich zu den Bösen zählen würde, der gehört doch irgendwann praktisch zur Gruppe dazu?

      Heh, ich hab es mir so verkniffen, genau das zu schreiben, was du gesagt hast 🙂 Ja, Überhelden sind genauso nervig wie Evil Overlords. Aber irgendwie sind die auch seltener, oder? Mir fallen so einige Evil Overlords ein, die gegen recht nuancierte Helden antreten mussten. Helden rutschen eher mal in die Grauzone oder haben zumindest ’ne Macke in der Rüstung als dass der Schurke menschlicher/runder dargestellt wird. Die Frage ist dann, ob die Macken markant genug sind. Beispiel Star Wars: Klar, Luke hat durchaus Ecken und Kanten, er wächst ja erst in seine Heldenrolle hinein, aber die Ecken und Kanten sind nicht markant genug. Unterm Strich finde ich letztlich so ziemlich JEDE andere Figur interessanter als Luke, ob es jetzt Han Solo, Leia oder Darth Vader ist.
      Also, in dem Sinne: Volle Zustimmung!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s