„Ist das nicht Fanfiction?“ – Adaptionen, Remakes und Revisionismus

Ich habe es in meinem ersten Text über Fanfiction schon anklingen lassen, aber heute wäre ich wirklich extrem an Lesermeinungen interessiert: Wo hört Fanfiction auf, wo fängt die originelle Geschichte an? Oder anders gefragt: Sind nicht viele Bücher, Filme und Serien Fanwork/Fanfiction, ohne das wir uns dessen bewusst sind?

Mir geht es heute nicht um Franchises wie Shades of Grey, die zwar ihre Wurzeln in Fanfiction haben, jetzt aber nicht mehr als solche zu erkennen sind (wer Twilight nicht kennt, wird bei Shades of Grey nicht auf die Idee kommen, dass letzteres einst eine Fangeschichte war).

Mir geht es um populäre Werke, die nicht als Fanfiction gekennzeichnet sind, die aber nach der gängigen Definition „Fanwork = Literatur, Musik, Kunst, Filme, etc., die von Fans kreiert wurden“ trotzdem in diese Kategorie passen. Um Werke, die nicht vom Originalschöpfer stammen, sondern von Leuten, die ganz offensichtlich die Originalwerke mögen und ihre Eigenkreationen eindeutig im selben Universum spielen lassen, wo dieselben Figuren agieren wie die Originalgeschichten. Auch um Adaptionen, in denen sich Regisseure und Drehbuchschreiber in Welten austoben, die jemand anders erschaffen hat.

Sind Serien wie Sherlock (BBC) und Elementary nicht Sherlock Holmes-Fanworks? Es gibt bestimmt auch auf Archive of our own oder Fanfiction.net Homles-Fanfiction, in denen Holmes in der modernen Zeit ermittelt. Oder wo das Ganze in Amerika spielt. Wo Sherlock einen weiblichen Assistenten hat oder eine latent homoerotische Spannung zu Watson besteht. Nur hatten BBC und CBS die Kohle, aus so einer Idee ganze Fernsehserien zu entwickeln. Ist z.B. Steven Moffat (der nicht nur für Sherlock, sondern auch für Dr. Who mitverantwortlich ist) jemand, der im Prinzip Fanfiction zu seinem Beruf gemacht hat?

Und Wicked! Bzw. Wizard of Oz: Schon der Film von 1939 veränderte Teile der Geschichte (dass Dorothy nicht mehr 8, sondern 16 und deutlich unselbstständiger ist, und dass die zyklopische Romanhexe grün wird, sind nur zwei Beispiele). Dieser Film wiederum bildete die Basis für Gregory Maguires Roman Wicked, der wiederum Grundlage für das gleichnamige Musical ist, welches aber ebenfalls wieder von der Romanvorlage abweicht. Ist das Musical Wicked also eine Fanfiction von einer Fanfiction von einer Fanfiction, die auf The Wizard of Oz basiert?

Legolas_und_TaurielPeter Jackson ist Tolkien-Fan. Sind seine Versionen von Mittelerde nicht gewissermaßen sehr teure und qualitativ hochwertige Fanvideos? Vor allem im Hobbit, wenn er mit Kili/Tauriel/Legolas die Story um ein nicht-kanonische Liebesdreieck ergänzt? Oder in Herr der Ringe, wo er Aragorn mehr Tiefe verleiht als er in der Romanvorlage hat, und er Arwens Figur um ein paar Actionscenen hochlevelt?

Und was ist mit den neuen Marvel-Verfilmungen? Was ist mit den zig Spiderman-Verfilmungen? Was ist mit den zahllosen Star Wars– und Star Trek-Romanen, die statusmäßig irgendwo zwischen Kanon und Fanworks dümpeln? Ist Disneys Maleficent praktisch ein hausgemachtes Fanvideo zur alten Dornröschen-Version?

draculasWas ist mit den zig Dracula-Adaptionen auf Papier und Film? In Bram Stokers Roman ist Dracula der Bösewicht schlechthin, aber das Buch hat so viele Menschen zu Neuauflagen, Interpretationen und Adaptionen inspiriert. In der jüngsten Auflage wird Dracula von Jonathan Rhys Meyers gespielt – optisch näher an Gary Oldman als an Max Schreck oder Klaus Kinski. Hat sich die ganze Dracula-Figur nicht durch zahllose Neuerfindungen und Interpretationen von kreativen Köpfen so weiterentwickelt, dass man einen Wandel vom nosferatu-artigen, fiesen Monster zu einer romantisierten Vampirfigur nachvollziehen kann? Und ist dieses Romantisieren eines Antagonisten nicht genau das, was unzählige Snape-Fans in Fanfiction schon seit den späten 1990ern tun?

Was ist mit Christa Wolfs Kassandra? Mit Marion Zimmer Bradleys Feuer von Troja? Oder mit Vergils Aeneis? Sind das nicht alles eigentlich Fanfiction zu Homers Epen? Sind Miltons Paradise Lost und Oscar Wildes Salomé Bibel-Fanfictions?

Oder ist es Blasphemie, so zu denken und solche Fragen zu stellen?

Peter Careys Jack Maggs, J.M. Coetzees Foe und Jean Rhys’ Wide Sargasso Sea könnten im Prinzip jeweils als Fanfictions zu Dickens Great Expectations, Defoes Robinson Crusoe und Charlotte Brontës Jane Eyre bezeichnet werden. Qualitativ hochwertige Fanfictions, wohlgemerkt, die bestimmte Figuren aus den Originalbüchern ins Scheinwerferlicht rücken. Prinzipiell unterscheidet sich das nicht allzu sehr von z.B. Cennets Harry Potter-Fanfiction Fixsterne, die einen Teil der Potter-Zeitleiste in sehr hoher Qualität aus Sirius Blacks Sicht erzählt. Wo ist der Unterschied? Dass Carey, Coetzee und Rhys von Verlagen veröffentlicht wurden? Dass sie Geld dafür bekommen haben? Dass die Originalautoren schon so lange tot sind, dass das Urheberrecht nicht mehr greift?

Kaum ein Literaturwissenschaftler würde auf die Idee kommen, diese Werke als Fanfiction zu betiteln, auch wenn sich die klassische Definition darauf anwenden ließe. Natürlich nicht – Fanfiction hinterlässt bei vielen einen schalen Beigeschmack: Schlecht, oft pornografisch, geschaffen von faulen Möchtegernautoren. Aber auch Coetzee, Carey und Rhys hätten ihre Grundideen doch durchaus auch in eigene Welten und Figuren einbetten können – sie haben sich aber entschieden, z.B. in Coetzees Fall, die Figur des Freitag aus Robinson Crusoe eingehender zu beleuchten und Crusoe selbst anders darzustellen. So wie FF-Autoren sich entscheiden, genauer auf Elronds Perspektive einzugehen, oder auf Luna Lovegoods, oder Haymitch Abernathys. Sind Coetzee und Carey deswegen faul?

Nein, sie sind postmoderne Revisionisten. Die oben genannten Bücher werden in der Literaturwissenschaft dem Revisionismus zugeordnet, oder auch der postkolonialen Writing Back-Bewegung. Man betrachtet die Entstehungszeit und gibt entsprechend Figuren wie Freitag oder Bertha Mason, die in den jeweiligen Originalen marginalisiert wurden, eine Stimme. Bloß – so etwas gibt es auch in vielen Hobby-Fanfictions, die im Internet kursieren. Ein großer Teil davon, je nach Fandom, ist ebenfalls revisionistisch, und ein Teil davon wiederum hat professionelles Niveau, vor dem sich so mancher veröffentlichte Autor eine Scheibe abschneiden könnte.

Wo ist also der Unterschied? Wo zieht man die Grenze?

Und was ist eigentlich so schlimm daran, z.B. Jack Maggs als Great Expectations-Fanfiction zu bezeichnen? Oder Wicked als Oz-Fanfiction? Abgesehen davon, dass der Begriff „Fanfiction“ stigmatisiert ist und manchen Leuten schon bei dem Klang des Wortes die Galle hochkommt?

Eine offizielle Abgrenzung gibt es nicht, aber eure Meinung würde mich interessieren.

Sind die Drehbuchschreiber von Sherlock und Elementary im Grunde gut bezahlte Fanfiction-Autoren? Oder gibt es einen guten Grund, warum der Begriff Fanfiction auf diese Serien nicht zutrifft? (z.B. dass Holmes-Schöpfer Arthur Conan Doyle schon längst tot ist und das Urheberrecht nicht mehr greift, oder weil die beiden Serien kommerziell sind – es gibt auch die Definition, das Fanfiction per se nichtkommerziell sei). Und sind Adaptionen keine Fanfiction, weil die Rechte gekauft wurden und die Filmmenschen mit dem Material machen können, was sie wollen? Gilt der Terminus Fanfiction für Mythen, Märchen und Sagen nicht?

Schießt los – in einer Zeit, in der im Kino praktisch nur noch Remakes, Adaptionen und revisionistische laufen und auch immer wieder revisionistische Bücher auf den Markt geworfen werden, würde es mich brennend interessieren, ob und wo ihr die Grenzen und Unterschiede verorten würdet.

Advertisements

25 Gedanken zu “„Ist das nicht Fanfiction?“ – Adaptionen, Remakes und Revisionismus

  1. Ok… (Rant alert)

    Ich denke, dass die Grenzen fließend bzw. nicht vorhanden sind. Das meiste, was du in diesem Artikel behandelt ist, ist sicherlich Fan Fiction. Aber ein paar Abstufungen würde ich doch machen. a) was Jackson angeht: Die Hobbit-Filme sind definitiv Fan Fiction. Bei HdR würde ich vielleicht noch ein bisschen entscheiden, was die Storylines angeht: Ich denke, dass die ganze Aragorn-Arwen-Sache sicherlich Fan Fiction ist. Aber der Rest? Ich weiß nicht… natürlich, wenn man das ganze sehr eng definiert dann gibt es keine Adaptionen sondern ausschließlich Fan Fiction.
    b) was revisionist writing angeht… Nun, man könnte das natürlich als Fan Fiction bezeichnen. Nur bin ich mir bei dem „Fan“ Teil nicht so sicher. Das ganze ist ganz offensichtlich eher eine Kritik an einem ganzen Mindset, das hinter dem Original stand, als eine Kreation, die aus einer positiven Berührung durch das Original stattgefunden hat. Dass ein guter Teil von online Fan-Fiction ebenfalls darunter fällt macht es natürlich komplizierter aber das meine ich damit, dass man natürlich nicht strikt trennen kann und auch nicht die Motivation des jeweiligen Autors wirklich als Kriterium nehmen kann.
    c) würde ich abschließend vorschlagen, dass Fan Fiction überhaupt kein guter Begriff ist, wenn man schon so eine Diskussion führen will. Natürlich ist ungefähr alles, was geschrieben/produziert wird, eine Interpretation von etwas schon mal da gewesenem. Aber ob das automatisch dann als Fan Fiction zu betiteln ist…

    • Yay für Rants, danke für den Input!

      Fanfiction ist natürlich ein polemischer Begriff dafür. Ich bin in diesem Sinne auch nicht so begeistert davon, weil es sich eben eigentlich einfach nur um Dinge dreht, die schon seit Menschengedenken mit Geschichten gemacht wurden – Neuinterpretationen, Weiterspinnen, alternative Enden, Was-wäre-wenn-Szenarien (die Aeneis ist ein fettes „Was wäre wenn“-Szenario zur Ilias^^) oder eben auch Kritik. Nur gerät explizite „Fan fiction“ so sehr in Beschuss dafür. Das Internet und seine Reichweite tragen sicher auch einen Teil dazu bei, dass ungefiltert einfach viel mehr (und damit eben auch viel mehr qualitativ Schlechtes) veröffentlicht wird, was vielen Leuten sauer aufstößt.

      Aber in diesem Kontext finde ich es sehr interessant, wie über Originalität etc. diskutiert wird, bzw. wie FF-Autoren jegliche Originalität abgesprochen wird, aber z.B. Wicked (was ich von den Revisionist-Sachen durchaus am ehesten als „Fanfiction“ bezeichnen würde) total gehyped wird.

      Ansonsten zu den Revisionist-Sachen: Ich bin bei der Recherche über den Begrif „nonfan literary works“ gestoßen, das passt vermutlich besser. Trotzdem bleibt die Frage, warum eine kritische originelle, revisionistische Auseinandersetzung mit z.B. postkolonialen Elementen in Robinson Crusoe auf hohem literarischen Niveau eine andere Qualität haben soll als eine kritische, originelle, revisionistische Auseinandersetzung und Kritik an mangelnder Traumabewältigung in Hunger Games (ebenfalls nicht aus einer positiven Berührung mit dem Ausgangsmaterial entstanden, aber mangels anderer Möglichkeiten zur Veröffentlichung trotzdem auf Fanfiction-Portalen veröffentlicht). Die einzige Erklärung wäre da eigentlich das Copyright.

  2. Zu Autorschaft und dem „Tod des Autors“ gibt es ja genug Diskussionen und Theorien, vor allem wissenschaftliche. Besonders interessant fand ich die Ideen von Hiroki Azuma, der sich unter anderem mit japanischer Fankultur (Comics, Games, Light Novels, die im Internet von verschiedenen Fans immer wieder aufgegriffen, in Teilen wiederverwertet und neu zusammengestellt werden) beschäftigt. In diesen Formen ist die Grenze zwischen Original und Fanwerk noch verwischter, oft kann auch überhaupt keine gezogen werden. Seine These (wenn es denn eine gab) hab ich leider nicht mehr im Kopf, aber er hat auch Philosophen wie Lyotard und Kojève zitiert.

    Aber ich denke, bei dieser Frage sollte man sich genau ansehen, was und wie viel aus dem Ausgangswerk übernommen wurde: Dient das Ausgangswerk als grobe Inspiration (wenn etwa nur der Aufbau übernommen und gewisse Anspielungen gemacht werden wie zB bei Ulysses) oder werden sogar Charaktere, Setting oder beides übernommen? Viele FFs im Internet schicken Disclaimer voran, in denen sie nochmal darauf hinweisen, dass sie sich die Charaktere bzw. das Setting nicht selbst ausgedacht haben. Bei der BBC-Serie zu Sherlock wird im Intro auch auf Arthur Conan Doyle verwiesen.

    Erstere Werke halte ich nicht für Fanfiction, letztere sehr wohl. Ob man die dann Adaptionen, Remakes, Spin-offs oder sonstwie nennt, ist mir aber relativ egal.

    • Danke,das sind sehr interessante Anmerkungen! Mit der japanischen Fankultur und den Theorien muss ich mich mal befassen.

      Über den „Tod des Autoren“ habe ich in dieser ganzen Debatte dann auch viel nachgedacht. Ich glaube, so mancher Autor ist mit diesen Theorien und Konzepten nicht vertraut. Einige Auotren sprechen sich gegen Fanfiction aus, weil die Fandarstellungen nicht ihren Vorstellungen der Figuren entsprechen (Robin Hobb und Anne Rice sind da so zwei Kandidaten). Was ich in gewisser Hinsicht verstehen kann, schließlich sind unsere Geschichten unser aller Babies, die wir irgendwie beschützen wolllen … Andererseits erschafft der Leser die Geschichte durch seine Vorstellung mit, und ich halte es für eine unangemessene Zensur, wenn Autoren bestimmen wollen, wie genau der Leser die „Lücken“ im Text zu füllen und über die Geschichte zu denken hat. Der Autor hat keine Kontrolle über die „Lücken“ im Text, und FF-Verbote erscheinen mir immer wie allgemeine Denkverbote. Der Leser stellt sich die Dinge so oder so vor. Ob er sich im kleinen Kreis mit Freunden darüber austauscht, oder in einem Online-Forum, oder seine Gedanken in ein fiktionales Gewand kleidet – wo will man denn da die Grenze über die Gedankenfreiheit ziehen? Ich finde, der Ausstausch sollte nicht zensiert werden, solange überall kenntlich gemacht wird, dass Fan die Figuren und Welt nicht erfunden hat.

      Aber ich schweife schon wieder ab, das ist ein anderes Thema 🙂 Ich stimme dir voll und ganz zu, wenn nur an den Aufbau angelehnt oder auf ein Werk angespielt wird, ist das für mich auch keine Fanfiction – tatsächlich eher eine Hommage. Interessant finde ich eben, wenn „seriöse“ Werke sich praktisch genauso verhalten wie „Fanfiction“ – also, Figuren und Settings übernimmt und einen Disclaimer fürs Original gibt (was, soweit ich weiß, auch so mancher postmoderne Revisionist macht).

      • Dieses Stichwort ist mir nur eingefallen, weil ich es dieses Semester oft an der Uni gehört hab … Könnte sich unter Umständen auch lohnen, sich ein wenig in die übersetzungswissenschaftliche Perspektive dazu einzulesen. 😀

        Was seriöse Werke vs. Fanfiction betrifft, denke ich, das ist inzwischen schon so gang und gäbe, dass man sich nicht mit Begrifflichkeiten aufhalten sollte. Für das Copyright gibt es ja nach wie vor Gesetze (mit denen sich zum Glück nur Juristen beschäftigen müssen). Und ob das Phänomen an sich gut ist oder nicht, nun ja, das hängt dann wieder von der Umsetzung ab, oder?

        • Ich weiß nicht, wie sehr das so Gang und Gäbe ist. Gerade weil der Begriff „Fanfiction“ so stigmatisiert ist, dass die „seriösen Profis“ damit eher nicht in Verbindung gebracht werden wollen, finde ich durchaus interessant, wie die Begrifflichkeiten so verwendet werden. Auch, weil es ja, wie oben gesagt, eigentlich kein Phänomen ist, dass Leute sich Gedanken über Geschichten machen, weiterspinnen, etc., sondern das immer schon gemacht wurde. Tatsächlich hängt glaube ich einfach ganz viel am Copyright. Wenn eine Geschichte an etwas noch urheberrechtlich geschütztem wie z.B. Harry Potter hängt, ist es „Fanfiction“, wenn das Copyright abgelaufen oder die Rechte gekauft wurden, ist es eine „Adaption“ oder sonstwas. Natürlich bezeichnet das im Prinzip alles dasselbe, aber die Handhabung der Begriffe ist dann doch wieder ein anderes Thema, auf das manche Leute recht sensibel reagieren.
          Aber wie oben erwähnt, ich bin da ganz bei Nimrodelswell, dass „Fanfiction“ eigentlich ohnehin kein guter Begriff ist.

          • Hm, da hast du auch wieder recht. Wahrscheinlich ist es nur der Begriff Fanfiction und die damit verbundene Konnotation, dass Fans ja nicht auf gleicher Stufe mit den Autoren stehen, die das Originalwerk geschaffen haben, und ihre Geschichten daher auch nicht. Aber genau diese Konnotation ist meiner Meinung nach etwas veraltet, vor allem auch, weil manche „Fanfiction“-Autoren im engeren Sinne (also diejenigen, die auf Seiten wie fanfiction.net veröffentlichen) richtig gut schreiben können.

            • Ja, genau, und im Umkehrschluss würde die entsprechende Bezeichnung dann ja auch „Fanfiction-schreibende Profis“ herabsetzen. Was ja ein Ding der Unmöglichkeit ist, gerade wenn diese Profi-FFs dann sogar so verdammt gut sind, dass sie in den Literaturkanon eingehen. Und ich gebe dir vollkommen recht, was den letzten Satz angeht. So mancher „Nur-FF-Autor“ schreibt auf Profi-Niveau. Aber da ist dann eben auch wieder dieses dumme Vorurteil, dass Fanwork im Allgemeinen (alles! Jede einzelne Geschichte!!) schlecht sein soll. Das ist Humbug.

  3. Ich glaube, der einzige Unterschied ist das erloschene Urheberrecht im Falle EINIGER Romane im Falle von Büchern.
    Und die Tatsache, dass etwas, das ein professionelles Filmstudio macht, nicht als Fanmade gilt, obwohl doch hoffentlich Fans dahinterstecken (ich kann lieblos dahingeklatschte Verfilmungen ohne Herzblut nicht ausstehen 😀 ).
    Gerade Murnaus „Nosferatu“ war übrigens tatsächlich eine unlizensierte Fanverfilmung des Dracula-Stoffs und es gab eine Menge rechtliches Gehaue mit Stokers Nachkommen und seiner Frau deswegen. Normalerweise will ja die Verfilmungslizenz eines Stoffes auch teuer erworben werden – womit die Verfilmung dann keine „Fan-Verfilmung“ mehr ist, da Geld geflossen ist…
    Also ja, du hast Recht 😀

    Und ich liebe Fanfiction, die auf Romanniveau geschrieben ist <3. "Foe" fand ich ziemlich gut und ich hoffe, dass es irgendwann auch in dieser Form, vielleicht in hundert Jahren, ein Buch namens "Drary" geben darf.
    Fanfiction ist ein wichtiger Wegbereiter dafür, dass z.B. mehr homosexuelle Pairings in Büchern zugelassen werden. Frei nach dem Motto "Wenn es bei ff.de unzählige begeisterte Klicks hat, kann ein Verlag damit nichts falsch machen".
    Insofern kann gerade Fanfiction dabei helfen, literarisch und politisch benachteiligten Gruppen zu mehr Stimme zu verhelfen.

    es besteht Bedarf.

    • Danke für den Kommentar und den Input – wieder was gelernt, das mit „Nosferatu“ wusste ich gar nicht!

      Heh, dieses Begrifflichkeitsgehopse ist irgendwie auch nur Eitelkeit seitens der Macher, oder? Als hätten Film-/Serienmacher, die sich dann doch mit ziemlichem Eifer an eine Adaption machen, plötzlich keine emotionale Bindung mehr zum Ausgangsstoff, nur weil vorher Lizenzen gekauft (oder: der „Fan-Status“ verkauft) wurde ^^

      Mit dem Einfluss von Fanfiction bzw. von Fandoms auf die Akzeptanz bestimmter Gruppen hast du sicher Recht. Zumindest ist das Bewusstsein größer geworden, dass homosexuelle Pairings nicht zwangsweise bei 99% des Publikums auf Ablehnung stoßen. Zu Verlagen kann ich nicht viel sagen, ich finde, queere Pairings sind gerade im Fantasybereich trotzem noch arg selten. Aber auf Serienmacher haben FFs, glaube ich, durchaus eine gewisse Wirkung. Andererseits gibt es da inzwischen auch sehr viel Queerbaiting, was, fürchte ich, ebenfalls auf Fandoms zurückgeht, weil viele Macher wissen, dass viele Fans bestimmte Figuren shippen, und dann passiert entweder nichts, oder die entsprechenden homosexuellen Figuren leben nicht besonders lange.

      Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema. Im Grunde hast du jedenfalls Recht 🙂 Problematisch finde ich es nur, wenn das Pendel dann zur anderen Seite ausschlägt und Fans aggressiv verlangen, dass ihre Headcanons von den Machern umgesetzt werden (z.B. die Give-Elsa-a-Girlfriend-Sache).

      • Über das mit Nosferatu bin ich auch eher zufällig gestolpert, als ich für den Schreibmeer-Blog über die Geschichte der Vampirromane und entsprechender Verfilmungen schrieb :). Aber es ist erstaunlich, oder?
        Vor allem aber ist es diese doofe Einstellung, dass man nur dann ein „echter Fan“ ist, wenn man kein Geld damit macht. Ist ja das Gleiche, wie die alte Leier mit „Man ist kein Künstler mehr, wenn man damit was verdient“ und ähnlicher Unsinn.
        Ist doch der Traum aller Menschen, mit dem Geld zu verdienen, was sie lieben und was ihnen Spaß macht. Ich liebe die „Herr der Ringe“-Verfilmungen z.B. genau dafür. Man merkt ihnen die Liebe eines Fans an, der sein Lieblingsbuch „in die Finger“ bekommen hat.
        Stimmt, sie sind selten. Es gibt zwar darauf spezialisierte Verlage (z.B. der Dead Soft Verlag), aber die großen Publikumsverlage sind noch sehr scheu, was das angeht.
        Serienmacher haben ja die Macht der Bilder. Wenn die Fans zwei schöne Männer sehen wollen, die miteinander was anfangen, dann ist die Chance groß, dass das auch das Geld einspielt…
        Es ist alles wie immer komplexer, als es aussieht.
        Wenn Fans aggressiv werden, das geht in meinen Augen sowieso gar nicht :/. Seid gefälligst freundlich :O – wenn es keine Macher von Geschichten und Filmen gäbe, gäbe es ja auch kein Fandom.
        (Eine lesbische Disneyprinzessin wäre trotzdem toll, aber es muss nicht zwingend Elsa sein. Von mir aus kann Elsa auch ihr Leben lang Single bleiben und dabei glücklich sein, davon gibt’s auch zu wenig in Literatur und Film heutzutage.)

        • Ja, ja, und ganz oft ja zu so ziemlich allem!! 🙂

          Das ist dann wieder der alte Kommerz-Vorwurf. Und gerade bei der Kunst so doof, denn Kreativität fließt wohl wesentlich geschmeidiger, wenn man sich keine Sorgen machen muss, ob man am Monatsende satt wird oder noch ein Dach überm Kopf hat. Quark.

          Andererseits ist es auch ein schmaler Grad – die „Herr der Ringe“-Filme liebe ich, aus genau dem Grund, den du genannt hast, aber der „Hobbit“ ist mir auch zu „kommerziell“, zu sehr an Hollywood angebiedert, zu weit weg vom Charme des Tolkien-Buch, und, ja, vielleicht auch mit ein bisschen zu viel Jackson-Headcanon (Azog…). Mh. Alles verzwickt 🙂

          Ich verstehe total, dass sich viele Leute eine lesbische Disneyprinzessin wünschen, und fände es gut und wichtig, wenn es eine gäbe. Elsa müsste es nicht gerade sein – genauso wichtig sind nämlich (finde ich) Storylines für weibliche Disneyheldinnen, die nicht von Romantik dominiert werden. Da gibt es bisher praktisch nur Elsa und Merida. Wenn Disney die Fanwünsche irgendwie wichtig sind, dann sollen sie einfach mal eine entsprechende Figur kreieren – so von Anfang an. Das wäre großartig 🙂 (ich hoffe ja immer noch auf Poe in Star Wars – Anlagen wären jedenfalls da).

          • Exakt… Wenn ich nicht daran denken muss, wie ich mein Essen und meine Miete zahlen soll, habe ich für sowas wie Kreativität doch überhaupt erst Zeit und Muße :D.
            Der „Hobbit“ hatte von Anfang an das Problem, dass es sich im Prinzip um eine sehr tellige, nette, kurze Geschichte für Kinder handelte und man die gar nicht blockbustermäßig hollywoodtastisch verfilmen KANN, ohne da EINIGES am Stoff zu ändern. Vor allem angesichts dessen, dass Tolkien selbst zumindest in „Herr der Ringe“ beispielsweise an der Figur des Gollum danach ja einige Sachen angepasst hat. Das ist eine denkbar undankbare Sache, das Buch verfilmen zu wollen. Zu nah an der Vorlage ergibt bestenfalls einen abendfüllenden Trickfilm. Zu weit weg von der Vorlage… Vorwürfe.
            Stimmt, und auch Elsa nur, weil in „Frozen“ dafür Anna die Romanze bekommt, sodass es auch da nicht ganz ohne geht.
            Man müsste generell mal analysieren, wie das mit Romanzen aussieht, bei (Trick)Filmen mit Zielgruppe Jungen und Zielgruppe Mädchen.
            Und es mit beispielsweise Dumas vergleichen, der dezidiert für Männer geschrieben hat und in seinen Werken IMMER Romanzen hatte (jedenfalls die, die ich kenne).
            Eine von Anfang an nicht heterosexuelle Figur wäre toll und ja, ich hoffe auch auf Poe 😀

            • Naja, ich finde, es wäre total okay gewesen, den Hobbit als Einteiler zu verfilmen – das entspricht bloß eben nicht der Mode, dass man aus allem mindestens drei (oder auch 8) Filme machen und alles mit langatmigen CGI-Schlachten spicken muss. Beim ersten Harry Potter-Buch hat es auch ganz gut funktioniert, eine (verhältnismäßig) kurze Geschichte für Kinder in einen Blockbuster zu verwandeln.
              Stimmt, ganz ohne Romanze… da gibt’s wirklich nur Merida, oder? Wobei ich vielleicht sogar Lilo und Stitch dazuzählen würde, da gibt’s zwar ein Fünkchen Romantik, aber das ist echt nebensächlich. Wäre wirklich mal interessant zu wissen, wie das mit den Zielgruppen so ist. Gerade aber auch bei Werken, die eigentlich für Kinder sind. Ich bin bei Dumas nicht so bewandert, aber der hat doch für Erwachsene geschrieben, oder? Da sieht es ja auch nochmal anders aus.

              • Als Einteiler und mit Zielgruppe Kinder, ja, aber ich glaube, das wäre dann Peter Jackson zu klein gewesen.
                Ich fühlte mich jetzt recht gut unterhalten (auch wenn für mich kein Liebesdreieck reingemusst hätte) und mein Tolkien-kundiger Begleiter konnte mir erklären, dass zumindest EINIGE Szenen (zwar nicht die ganze Story mit Azog, aber die Geschichte mit dem großen Rat, den Nekromanten etc.) tatsächlich parallel zum Hobbit stattgefunden hat und in einem anderen Tolkien-Buch unentdeckt geschlummert hat. Sodass ich endlich wusste, wo Gandalf die ganze Zeit gewesen ist, in der er im „Hobbit“-Buch scheinbar grundlos verschwunden ist 😀
                Stimmt, wobei man bei den ersten zwei Harry-Potter-Verfilmungen noch die Chance hatte, ohne große Änderungen an der Story die Geschichte vollständig zu verfilmen. Hatte man ab dem dritten nicht mehr (ich habe den früher gehasst, inzwischen mag ich ihn gerade weil er so frei mit der Vorlage umgeht, dass da fast ein eigener künstlerischer Fingerabdruck zu sehen ist in dem Film…), ab Buch vier hätten sie es von mir aus gerne splitten sollen, den empfand ich als furchtbar abgehackt. Das Erste, was ich sagte, als es hieß, dass Film 7 zweiteilig wird: Na endlich mal! :O

                Merida und ja, irgendwie auch Lilo und Stitch, stimmt.
                Dumas hat hauptsächlich für Erwachsene geschrieben, aber es gibt auch ein sehr süßes Märchen aus seiner Feder, über einen Jungen mit einem grünen Daumen, der die Kanonen in Blumenkästen verwandelt. Aber das finde ich gerade nicht.
                Seltsam finde ich in dem Zusammenhang eher die Zuschreibung, dass Mädchen/Frauen romantische Stoffe mögen, Jungs/Männer aber angeblich nicht, während man aber bei Schriftstellern zwischen 1700 und 1900 beobachten kann, dass auch „romantische Stoffe“ großen Erfolg bei Männern/Jungs haben :). Daher habe ich Dumas in den Ring geworfen.
                Weil sein Schaffen das, was wir gerade in der Hinsicht in den Medien haben, so schön konterkarriert.

                • Ja, beim Hobbit hat er noch Elemente aus dem Herr der Ringe-Anhang mit reingenommen. Ich glaube aber tatsächlich, dass auch das möglich gewesen wäre. Sogar für eine erwachsene Zielgruppe. Oder, es zumindest in 2 Filmen zu erzählen, denn man merkt den Filmen, finde ich, leider an, dass sie auf Biegen und Brechen 3 machen wollten.

                  Haha, das ging mir beim 3. Film ähnlich 😀 Aber zu den Potter-Filmen habe ich ohnehin ein gespaltenes Verhältnis, der Stoff hätte vielleicht als Serie besser funktioniert. Bzw. bin ich mir fast sicher, dass irgendwann irgendjemand eine Serie im Game of Thrones-Stil daraus machen wird, weil man in dem Format einfach alles in einem angenehmeren Tempo erzählen kann. Bei Filmen muss man ja bei so dicken Schinken letztlich immer entweder total viel kürzen und quetschen, um alles in einen zu packen, oder strecken, damit es sich lohnt, es in zwei aufzuteilen.

                  Aw, das Dumas-Märchen klingt niedlich 😀 Aber das ist hochinteressant. Mh. Ich weiß nicht, ich denke immer, dass es furchtbar klischeehaft ist, dass Mädchen/Frauen so auf romantische Stoffe abfahren (kenne auch tatsächlich nur eine Person, die wirklich sowas liest). Und dann sehe ich die Chicklit-Abteilung in der Buchhandlung, die nicht gerade klein ist; irgendjemand kauft den Stoff also… und eine Entsprechung für das männliche Publikum gibt es eben nicht. Trotzdem interessant – die ganz großen Schriftsteller haben ja auch nicht eben selten romantische Stoffe verarbeitet. 🙂

                  • Ursprünglich waren ja sogar „nur“ zwei Filme geplant, also keine Ahnung, was er alles noch reingenommen hat. Wenn ich irgendwann die extended Editions ergattert habe, weiß ich, was da alles NOCH angefügt wurde. Da bin ich jetzt neugierig…
                    Stimmt, „Harry Potter“ als Serie wäre schön gewesen. Es kursierte während meiner Schulzeit dauernd das Gerücht, es gäbe irgendwo eine Trickfilmserie, aber ich glaube, das war nur ein Gerücht unter Kindern. Eine Serie wäre da wirklich besser.
                    Total niedlich ❤ und heute noch aktuell, glaube ich :D.
                    Es ist total klischeehaft (ich kann mit süßen Geschichten voller Romantik am Besten noch mit einem halbnackten Mann oder viel Pink auf dem Cover nichts anfangen, beispielsweise), aber andererseits gibt es Menschen (wer sagt, dass es nur Frauen sind? 😉 Man sieht einem eReader ja nicht an, was drin ist…), die es kaufen, lesen und auch begeistert rezensieren.
                    Stimmt, da gab es mal eine Diskussion, was das männliche Pendant zu Chick-Lit wäre.
                    Genau das haben sie. Und es sind Werke der Weltliteratur geworden 🙂

                    • Ah, stimmt, da sagst du was, das war ja wirklich mal ’ne Nummer kleiner geplant. Mh.

                      Mh, mh, mh. Ich frage mich gerade, ob diese „romantische Geschlechtertrennung“ vielleicht auch was mit unserer Zeit zu tun hat. Das „Romanzen sind was für Frauen“-Klischee gibt’s ja nicht umsonst, aber gab es das früher auch in dem Ausmaß? Wenn man(n) sich „schämen“ muss, dass entsprechende Pendant zu lesen, ist ja auch irgendwie klar, dass es dafür keinen wirklichen Markt gibt. Oder zumindest keinen, der auf Anhieb als solcher zu erkennen wäre.

                    • Ich frage mich gerade selbst, wann das Klischee mit der empfindsamen Frau aufgekommen ist. Es bestand jedenfalls nicht „schon immer“, irgendwann kam es auf.
                      Irgendjemand hat mal vermutet, das männliche Pendant wären Bücher wie „Hummeldumm“, aber da ich das nicht gelesen habe (und auch keinen Mann kenne, der es gelesen hat) kann ich es nicht beurteilen.
                      Das Klischee ist meist harmlos, nervig wird es höchstens dann, wenn ich als Frau erwartungsvoll angeschaut werde, wenn es bei der Familie meines Freundes heißt „Superheldenfilm oder eine wunderschöne Schnulze?“ und ich dann die weiblichen Mitglieder seiner Familie damit enttäusche, begeistert für den Superheldenfilm zu stimmen 😀

                    • Vermutlich ist das Klischee total neu 🙂
                      Musste gerade erstmal nachschauen, was „Hummeldumm“ ist. Wäre aber natürlich interessant.
                      Hehe 😀 Ich kenne tatsächlich, glaube ich, nur eine … nein, zwei Frauen, bei denen das Klischee halbwegs passen würde. Der Rest ist zu nerdig und würde wohl auch immer einem Superheldenfilm den Vorzug geben 😀

                    • Das vermute ich auch. Jedenfalls unter hundert Jahren.
                      Vielleicht kommt es auf das Umfeld an? Ich kenne auch eher nerdige Frauen, darunter aber auch Autorinnen (und Autoren, oft mit weiblichem Pseudonym!) von Liebesgeschichten, die sagen, dass das Genre weggeht wie warme Semmeln…

                    • Ganz bestimmt kommt es aufs Umfeld an. Wir kennen einfach die falschen Leute 😀 Aber das glaube ich, dass das Genre gut geht. Frage mich eben weiter, ob die Leserschaft rein weiblich ist.

                    • Ja, genau das meinte ich vorhin mit der Frage nach dem männlichen Pendant dazu, bzw. dass es das in dem Ausmaß aus Stigmagründen wohl eher nicht gibt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s