Lieblingswesen in der Phantastik

Ein Grund, warum ich Fantasy so sehr mag, sind die vielen verschiedenen Wesen und Völker, die sich in den unzähligen Welten tummeln. Oftmals handelt es sich um Fabelwesen, viele stammen aus mythologischen Hintergründen, einige sind Neuinterpretationen (hallo Tolkien!), andere sind Eigenkreationen der Autoren. Manchmal auch ein Gemisch aus allem. Wir haben wohl alle so unsere Wesen, die wir besonders gerne lesen. Und als Autoren haben wir vielleicht auch Vorlieben, worüber wir schreiben. Selbstverständlich kommt es immer auf die jeweilige Umsetzung an, aber bei so manchem Wesen haben eine Menge Autoren so geschrieben, dass ich sie immer noch gerne lese.

Meine persönliche Top 5 als Leserin:

Platz 5: Vampire, unter Vorbehalt. Denen habe ich ja bereits einen eigenen Beitrag gewidmet. Inzwischen bin ich vorsichtig geworden, weil ich mit den glitzernden Kuschelvampiren nichts anfangen kann, aber hin und wieder schreibt jemand richtig gute Vampirinterpretationen, bei denen das Lesen wirklich Spaß macht. Meine „Lieblingsvampire“ stammen von Kim Harrison, Anne Rice und Ulrike Schweikert.

Platz 4: Eigenkreationen. Je nach dem, wer da gerade federführend war, gibt es ganz wunderbare, beängstige, hochinteressante Wesen, die aus der Fantasie des Autors geschlüpft sind. Tolkiens Hobbits und Ents, Rowlings Hauselfen und Dementoren, Paolinis Urgals, Stephen Kings Billybumbler… Manche dieser Wesen sind schlichtweg so liebenswert, dass man des Öfteren quietscht, wenn sie auftauchen (Billybumbler Oy, zum Beispiel). Manche sind einfach cool. Und manche, wie etwa die Dementoren, sind  großartige Erfindungen. Ich finde es toll, wenn Autoren sich neue Wesen einfallen lassen.

pixie-413907_960_720Platz 3: Ebenfalls nicht näher spezifiziert weil divers: Kleine Wesen mit großem Herz (wahlweise auch Ego). Dazu zählen Pixies, Feen, Brownies, Gnome, gelegentlich auch Kobolde, Mini-Gargoyles. In geringerem Ausmaß Zwerge, und im Prinzip gehören Hobbits und Hauselfen mit in diese Sparte. Irgendetwas haben kleine humanoide Wesen an sich, das Autoren dazu bringt, ihnen wundervolle Figuren auf den Leib zu schneidern. Besonders hervorzuheben: Kim Harrisons Pixies (Jenks!).

Platz 2: Dämonen. Früher konnte ich damit nichts anfangen, aber im Zuge meiner eigenen Recherchen durfte ich feststellen, dass „Dämon“ im Prinzip alles und nichts heißen kann. Dämonen gibt es in so vielen verschiedenen Kulturkreisen, und selbst im europäischen Raum waren griechischen Daimonen immer noch etwas ganz anders als der christlich geprägte Dämon. Heißt im Umkehrschluss: Autoren stehen alle Türen offen, und vor allem bei Kim Harrison und Patricia Penn habe ich so coole Dämonen gelesen, dass ich dem ganzen „Viech“ nun mit freudiger Erwartung gegenüber stehe, beziehungsweise gerne mehr Geschichten mit interessanten Dämonen lesen mag. Weswegen ich wie verrückt Patricia Penns Debütroman entgegenfiebere.

Platz 1: Magier / Hexen / Zauberer. Sie wurden schon so oft für ausgelutscht erklärt, und trotzdem habe ich bisher bei so ziemlich allen Geschichten, in denen Hexen oder Magier vorkamen, immer ziemlich viel Spaß gehabt. Es gibt sie in verschiedensten Ausführungen, von Gandalf über Harry Potter bis Elphaba. Und auch hier gibt es sehr interessante Interpretationen. Magier tauchen in allen möglichen Gestalten, Konstellationen, Gesinnungen auf. Sie sind tolle Helden, Schurken, Mentoren oder auch einfach bloß Freunde und Weggefährten.

Extrakekse gibt es für Drachen (weil ich bisher noch keine Geschichte gelesen habe, die durch Drachen schlechter geworden wäre).

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Die Liste könnte ich noch um hundert Details, Ausnahmen und Hervorhebungen ergänzen. Allgemein liebe ich es, wenn Autoren mit mythologischen Wesen arbeiten und ihnen eine eigenen, besonderen Anstrich geben (wenn es euch auch so geht, dann versucht es wirklich mal mit Kim Harrison, die macht das ganz fantastisch!).

Als ich diese Liste erstellt habe, ist mir aufgefallen, dass ich über bestimmte Wesen deutlich lieber schreibe als lese. Wie kommt’s? Mh.

Hier also die entsprechende Liste aus meiner subjektiven Autorensicht:

dryad-1274184_960_720Platz 5: Pflanzen(wesen). Ich schreibe unheimlich gerne über Bäume. Bäume und Pflanzen, so hat es sich ergeben, spielen in vielen meiner Geschichten eine nicht unwesentliche Rolle. Da lassen pflanzige Wesen natürlich nicht lang auf sich warten. Baumgeister, Dryaden, Ent-Artige … Bei mir zählen auch Feen zu dieser Sparte, da sie zumindest im Universum meines Monsterromanprojekts dieselben Wurzeln (heh) haben wie Dryaden und ihre Kollegen.

Platz 4: Dämonen. Die sind relativ jung in meiner Schreibwelt, aber es macht wirklich Spaß, „meine“ Dämonen und ihre Abkömmlinge zu entwickeln. Ich habe erst letzte Woche eine frische Übersicht fürs aktuelle Romanprojekt geschrieben und dabei festgestellt, dass es einen ganzen Haufen verschiedener Unterarten gibt. So viel zu entdecken, Autorenherz trällert.

Platz 3: Werwölfe. Tja. Die tauchen oben gar nicht auf, weil ich mich als Leser für kaum einen Werwolf wirklich erwärmen konnte – außer für Remus Lupin, natürlich. Aber das Konzept finde ich dennoch interessant, und ich hatte eine Menge Spaß beim Ausarbeiten „meiner“ Werwölfe.

Platz 2: muss müssen sich Nachtalben und meine Eigenkreationen teilen. Ich habe diverse Eigenkreationen, die in verschiedenen Mythologien wurzeln. Manche sind niedlich, manche brutal, manche skurril, und ich hab sie alle lieb. Meine Nachtalben weichen sehr stark von den klassischen Albtraumbringern ab – für Träume sind bei mir andere Wesen zuständig. Die Nachtalben haben mit Abstand die am detailliertesten ausgearbeitete Hintergrundgeschichte – so viel zur Interpretation von vorhandenen Wesen 🙂

witch-1461961_960_720Platz 1: Magier / Hexen. Ich schreibe sie aus denselben Gründen gerne, wie ich sie lese. Und dass ich gerne über Wesen schreibe, über die ich schon so viele unterschiedliche Geschichten gelesen habe, zeigt mir nur, wie viel Potenzial diese Wesen haben. Es gibt immer noch viel zu entdecken. Und letztlich ist es mit den Hexen ja auch ähnlich wie mit den Dämonen: Es gibt bzw. gab sie in so ziemlich jeder Kultur, und jede Kultur legt sie anders aus. Die Folklore, aus der sich Geschichten über Hexen / zauberfähige Personen speisen kann, ist also schier unbegrenzt, und die Recherche war bisher immer ausgesprochen spannend.

Einen Trostkeks gibt’s für die Vampire. Meine Schreibbegeisterung für die Dunkelschaften hat zwar mit den Jahren ziemlich nachgelassen, aber Vampire waren die ersten Wesen, über die ich je geschrieben habe, und die eine oder andere vampirische Figur liegt mir sehr am Herzen (Erzsébet, du eitle Person, guck gefälligst nicht so beleidigt!). Ach ja, das schlechtgelaunte Einhorn bekommt einen Eimer Trost-Guinness.

Wie schaut es bei euch aus? Habt ihr Lieblingswesen? Oder auch Interpretationen von Wesen von bestimmten Autoren, die ihr besonders mögt? Schießt los, ich bin gespannt 🙂

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10 Gedanken zu “Lieblingswesen in der Phantastik

    • Heh 🙂 Ich habe noch ein paar Bücher auf der Leseliste, von denen ich hoffe, dass sie die Dämonen noch ein bisschen weiter nach oben pushen 🙂

        • Also eigentlich ist es vor allem eins 🙂 Wie gesagt, ich fiebere Patricia Penns Debütroman entgegen, von ihr habe ich bisher Kurzgeschichten gelesen, in denen ihre Dämonenwelt schon angerissen wurde und ich will unbedingt mehr darüber erfahren. Und ich habe hier noch die Chroniken der Unterwelt liegen, die mir wärmstens ans Herz gelegt wurden, da bin ich auch mal gespannt.

  1. Beim Lesen deines Beitrags wird einem erstmal bewusst, wie viele Wesen es eigentlich gibt, über die man schreiben oder lesen kann. Meine Favoriten sind Kappa und Geister. Bei Dämonen bin ich zwiegespalten, ich finde sie sind mir oft einfach zu bösartig. Und ja… ich habe Vampire mal unwahrscheinlich geliebt, aber jetzt… Neee.
    +Mika+

    • Und das hier ist nur eine kleine Liste 🙂
      Was für Geister meinst du denn? Geister von Verstorbenen, oder Elementargeister, oderoder? Kappa sind ja mal ganz ausgefallen, cool! 🙂 Aber sind das nicht auch Dämonen? Also japanische?
      Beim Schreiben dieses Beitrags habe ich übrigens beschlossen, mal einen eigenen Text über Dämonen zu schreiben. Ich mochte sie damals aus demselben Grund nicht, den du genannt hast, aber es gibt eben so viele Dämonenarten…

      • Kappa gelten als Bakemono, das sind eher Monster in unserer Vorstellung. Ich habe da den Klassiker von Akutagawa gelesen. Eine ziemlich wirre Kurzgeschichte, aber unglaublich gut.
        Und weil mich nun das Dämonthema nicht losgelassen hat, habe ich aus Interesse gerade mal den Wikipedia Artikel zu ‚Kappa‘ geöffnet und da steht Yokai oder Dämon im Deutschen. Im Japanischen ganz klar nur Yokai. Das würde ich aber nicht so einfach als Dämon bezeichnen, weil das die Kategorie für alle ungewöhnlichen Wesen ist, Geister und so weiter inklusive. Sehr irreführend muss ich sagen. Am besten ist noch der Artikel über ‚Yokai‘, da ist als Dämon ein Oni aufgelistet und der ist auch einer. Ist im Grunde natürlich eine Übersetzungsfrage, aber ich würde definitiv eher von einem Monster sprechen. Kappa leben ja im Wasser und fressen kleine Kinder. Eine Freundin von mir hat ihre Abschlussarbeit über Bakemono geschrieben. Ich sollte sie mal fragen. 🙂
        Und ich meine Rachegeister oder Spukgestalten. Keine Elementargeister. :3
        Jetzt habe ich mich glatt hinreißen lassen und so viel geschrieben. War aber interessant, dachte schon, ich hab im Studium was verpasst. 😀 Kann man ja auch nie wissen.

        • Oh, das ist interessant! Wieder was gelernt, vielen Dank für die Aufklärung! 🙂 Da tun sich ganz neue Welten auf.
          Und Rachegeister und Spukgestalten sind auch hochinteressant!

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