Nominierung für den Liebster Award

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Alice deGrey von Ex Fabulis hat mich für den Liebster Award nominiert. Vielen Dank, Alice! Ich habe vom Liebster Award nur am Rande mitbekommen, dass er quasi zu einer Art Kettenbrief für Blogs mutiert ist, aber eigentlich geht es darum, schöne Blogs vorzustellen und bekannter zu machen. Mit den berüchtigten 11 Fragen hat man die Gelegenheit, den jeweiligen Blogger besser kennenzulernen, und diese Idee finde ich sehr schön. Alice hat 11 Fragen über sich beantwortet und mir ebenfalls 11 gestellt.

Los geht’s! Vorab: Fragen nach Lieblingen sind bei mir immer schwierig, die gibt’s bei mir nämlich fast immer nur im Plural 😉

1. Was bedeutet dir das Schreiben?
Schreiben ist wie Atmen. Wenn der Alltag oder eine Deadline-Armee die Zeit stiehlt und das Schreiben zu kurz kommt, fühlt es sich irgendwann an, als würde ich keine Luft mehr bekommen. Der erste richtige Schreibflow nach langer schreibarmer Zeit ist wie ein tiefes Atemholen. Oh, und beim Nicht-Verrückt-werden hilft das Schreiben gelegentlich auch – wobei eine Prise Verrücktheit natürlich eigentlich dazugehört.

2. Welchen deiner eigenen Charaktere magst du am liebsten?
Gemein, das ist, als sollte ich mein Lieblingskind rauspicken … Kann ich so tatsächlich nicht beantworten, weil ich jede einzelne Figur auf ihre Weise liebe. Wenn ich umformulieren darf, in wessen Kopf ich mich zurzeit am wohlsten fühle, dann wären das wohl meine Nachtalbe Titania (betriebsälteste Figur, die ist dabei, seit ich 11 bin), ihr Kollege und Stehaufmännchen Aris Lagion und Moira Bran, meine ermittelnde Halbhexen-Reporterin, deren Einstellung und Mundwerk ich mir manchmal gern ausborgen würde.

3. Eine seltsame Gewohnheit, die mit Büchern oder dem Schreiben zusammenhängt?
Mit Büchern: Neue Bücher betaste ich oft eingehend und rieche an den Seiten. Mit dem Schreiben: Ob das seltsam ist, weiß ich nicht, aber ich muss Musik ausmachen, wenn es ans Schreiben geht. Die brauche ich zwar vorher unbedingt, um Szenen im Kopf auszuarbeiten, aber beim Schreiben selbst würde sie mich zu sehr aufwühlen und ablenken.

4. Das letzte Buch, das dich richtig beeindruckt hat?
The Dew Breaker von Edwidge Danticat. Oder überhaupt Bücher von Edwidge Danticat. Die Frau schreibt wahnsinnig gut über wahnsinnig schreckliche Dinge. Haiti hat man hierzulande auch nicht unbedingt auf dem Schirm – umso wichtiger, darüber zu lesen.

5. Ein (realer oder fiktiver) Ort, den du gerne besuchen würdest?
Oha, die Liste ist endlos … Ich erdreiste mich, das „oder“ zu ignorieren. Realer Ort: Jetzt gerade würde ich sehr gerne New York besuchen. Zu Recherchezwecken und weil ich immer mal hin wollte (alternativ: Nord-Norwegen). Fiktiver Ort: Bruchtal.

6. Ein (lebender oder toter) Autor, mit dem du gerne zu Abend essen würdest?
Es gibt unheimlich viele Autoren, mit denen ich mich gerne über bestimmte Sachen unterhalten würde (Linguistik-Plausch mit Tolkien zum Beispiel), mit denen ich aber vielleicht nicht unbedingt einen Abend verbringen wollen würde. Aber mit Neil Gaiman würde ich gerne mal zu Abend essen, weil er nicht nur wundervolle Bücher schreibt, sondern, wenn man nach Interviews gehen darf, ein sehr netter Mensch ist. Ich würde mich vermutlich den halben Abend mit ihm über Folklore unterhalten. (und auf dem Rückweg Frühstück bei J.K. Rowling vorbeibringen, mit einer „Thank you for the stories“-Karte).

7. Ein Buch, das du im Unterricht (oder aus irgendeinem anderen Zwang heraus) lesen musstest, das dir aber tatsächlich gefallen hat?
Kassandra von Christa Wolf. Das kannte ich vorher gar nicht, und dann war ich letztlich die einzige in meinem Leistungskurs, die es mochte und entzückt war, dass wir sogar einer Theatervorstellung dazu beiwohnen durften. Ich habe es seit der Schulzeit auch noch ein paarmal gelesen.

8. Lieblingszitat?
Auch da so viele … “Of course it is happening inside your head, Harry, but why on earth should that mean that it is not real?” (Harry Potter and the Deathly Hallows).
Und dazu noch eins von Tuomas Holopainen. Zählt es als Songtext, wenn es eigentlich ein Gedicht ist, das in ein Lied eingearbeitet wurde? “Paper is dead without words, ink idle without a poem, all the world dead without stories, without love and disarming beauty.” (Nightwish – Song of myself)

9. Etwas, das du als Autor besonders gut kannst?
Mich in meine Figuren fallen lassen, ihre Gedanken und Gefühle am eigenen Leib spüren und diese Empfindungen mit Worten aufladen, damit sie auf dem Papier echt werden. Vermute ich zumindest anhand der Rezensionen für „Kalte Spiegel“, wo es hieß, man hätte sich vorstellen können, Kaiserin Elisabeth hätte tatsächlich so gedacht. Ist aber zumindest eines der Dinge, die beim Schreiben am meisten Spaß machen.

10. Und etwas, das du noch verbessern könntest?
Ganz, ganz viel. Mich kürzer fassen, zum Beispiel 🙂 Und Humor schreiben.

11. Wo siehst du dich und dein Blog in fünf Jahren?
In fünf Jahren hat mein Herzensprojekt hoffentlich einen Lektor bezirzt und ich darf mich auf meinem Blog (den ich bis dahin wohl endlich mal auf einen eigenen Server verfrachtet habe) freudig darüber auslassen.


Ich nominiere:
Evanesca Feuerblut
Isabell Kohlberger

Meine 11 Fragen:

  1. Wie bist du zum Bloggen gekommen?
  2. Welches Buch hat dein Leben verändert?
  3. Hast du Lieblingswörter, oder Wörter, die du so gar nicht leiden kannst?
  4. Mit welchem Künstler (tot oder lebendig, Autor, Musiker, bildender Künstler…) würdest du einen Nachmittag verbringen?
  5. Was war das schönste Feedback, das du je erhalten hast?
  6. Wie kommst du nach einem Rückschlag wieder auf die Beine?
  7. Welches Lied hörst du zurzeit am liebsten?
  8. Hast du besondere (oder auch nicht-besondere) Schreibrituale?
  9. Welches Buch sollte unbedingt geschrieben werden? Gibt es etwas, das dir in der Bücherlandschaft fehlt und das da unbedingt hingehört?
  10. Stell dir vor, du hättest eine Riesenportion Felix Felicis getrunken – du kannst nicht scheitern, egal, was du dir vornimmst. Die stehen alle Türen offen. Was machst du?
  11. Wo siehst du dich in 3 Jahren?

 

Regeln für den Liebster Award:

  • Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
  • Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, gestellt hat.
  • Nominiere 2 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award.
  • Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  • Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.
  • Das Beitragsbild kannst du optional in deinen Beitrag einfügen.
  • Schreibe diese Regeln in deinen Liebster-Award-Blog-Artikel.
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5 Gedanken zu “Nominierung für den Liebster Award

  1. Keine Sorge, deine Antworten waren sehr interessant zu lesen! War ja fast als hätte ich auf jede Frage zwei oder drei Antworten bekommen. 😛

    The Dew Breaker klingt faszinierend. Kommt auf den To-Read-Stapel.

    Und ja, mit Neil Gaiman würde ich mich auch gerne näher unterhalten, er soll sehr viele witzige Geschichten auf Lager haben. Dabei ist er gar nicht der einzige nordamerikanische Autor, der zufällig auch ein unterhaltsamer Redner ist … Eine seltsame Gemeinsamkeit, die mir erst in letzter Zeit aufgefallen ist.

    • Danticat ist super. The Dew Breaker ist von der Struktur her interessant, es ist wie eine Sammlung von Kurzgeschichten, die durch einen roten Faden verbunden sind. Falls du dich eher für Romane interessierst, kann ich Breath, Eyes, Memory empfehlen 🙂

      Jaa, Neil Gaiman … Ich glaube, dem Mann könnte ich auch einfach nur ewig zuhören, ist auf jeden Fall sehr sympathisch. (aber er ist Engländer, oder? 🙂 ) Welche Autoren meinst du denn?

      • Das passt eigentlich gut, ich wollte schon seit einiger Zeit wieder was Kürzeres lesen.

        Ach, stimmt, er ist natürlich Engländer (warum muss sein Buch auch American Gods heißen, verwirrend). 😀 Ich hatte dabei Patrick Rothfuss und Maggie Stiefvater im Kopf. Bei Pat kann ich aus eigener Erfahrung bezeugen, dass er witzig ist, Maggie kenne ich „nur“ über YT.

        • Oh, cool 🙂 Von Mr. Rothfuss habe ich nach „The Name of the Wind“ nur mal in seinen Blog reingelesen, der gute Mann klang sehr sympathisch. Und ich muss unbedingt mal was von Maggie Stiefvater lesen, alle schwärmen so von ihr.

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