Von Helden, Ringen und Schicksalsbergen

Ein paar Erfreulichkeiten für zwischendurch – muss ja auch mal sein 🙂

Die erste sollte vielleicht erst einmal geflüstert werden, zumindest, bis Ingrid vom Verlag Ohneohren offiziell bekannt gibt, welche Herrschaften einen Mietvertrag bei ihr bekommen. Aber. Letzte Woche sprachen wir ja schon über schräge WGs. 5 Zimmer, Küche Sarg, kann es bei vampirischen Mitbewohnern heißen – oder 3 Zimmer, Küche, Axt, wenn sich Helden zu einer WG zusammenraufen sollen.

Meine drei Helden sind eigentlich eher Anti-Helden, hauptberufliche Pappnasen, bzw. haben sie eigentlich keinen Beruf mehr, weil sie in Rente gegangen sind. Der Verlegerin war’s egal, sie mochte die drei und hat ihnen eine Wohnung angeboten. Die „Drachentöter-Pension“ kann man also bald in der ohneohrigen Anthologie „Helden-WG“ besuchen und bei ihren 15 heldenhaften Nachbarn vorbeischauen.

Dass diese Kurzgeschichte es geschafft hat, freut mich aus mehreren Gründen außerordentlich.

  1. Ist es das erste Mal, dass ich mich vorsätzlich an einer lustigen Geschichte versucht habe. Sonst sind meine Geschichten tendenziell eher ernst, oder unfreiwillig komisch, oder der Humor wird nur sparsam eingesetzt. Aber ich habe noch nie versucht, eine lustige Geschichte zu schreiben. War dann auch viel schwieriger als erwartet – ich hatte während des Schreibens immer wieder das Gefühl, ich würde es mit der Albernheit übertreiben. Aber meine lieben Betaleser haben gelacht, also hat es wohl irgendwie funktioniert. Insofern ist die Geschichte schon wieder ein Genreexperiment, und handwerklich das bislang schwierigste.
  2. Es ist das erste Mal, dass ich eine Geschichte eingereicht habe, die im Universum meines Herzensprojekts spielt. Normalerweise schreibe ich für Ausschreibungen immer etwas komplett Neues; es fügen sich höchstens hinterher die Teile zusammen (so hat mir Moira irgendwann verraten, dass sie durchaus etwas mit dem Rest meines Ensembles zu tun hat), aber ich habe nie explizit Wesen oder Figuren aus meinem Romanprojekt auf Kurzgeschichten-Mission gehen lassen. Diese hier spielt in einem Land, in dem ein Gutteil meines Herzensprojekts stattfindet, die Hauptrolle spielen Wesen, die im Roman auftauchen, und der Titel … da gibt es Verbindungen. Gerade deshalb freue ich mich, dass meine Foën (nicht Feen, Feen haben blöde Ohren 😉 ) der Verlegerin gefallen haben.
  3. Haare sind wichtig. Lange Haare, schöne Haare… wer „Kalte Spiegel“ gelesen hat, weiß das, aber „Kalte Spiegel“ ist schon ein wenig älter – es wurde Zeit für eine neue Ode ans Haupthaar 😀
  4. Die Geschichte enthält eine Hommage an einen legendären Hund, der eigentlich eine eigene Buchreihe verdient.

Überhaupt freue ich mich schon tierisch auf diese Anthologie – die Vorgabe war ja eine regelrechte Provokation für kuriose und skurrile Szenarien. Eine Geschichte habe ich schon vorab gelesen, die war großartig. Jetzt bin ich auf den Rest gespannt.

Die lustige Reise zum Schicksalsberg – und täglich grüßt der Eine Ring

Oder so ähnlich. Mein Studium liegt in den letzten Zügen, und langsam macht sich die Erleichterung breit. Jede Abgabe, jede Einreichen fühlt sich im Moment an, als hätte man soeben den verdammten Ring durch Mittelerde geschleppt und ihn jetzt endlich in den Schicksalsberg geworfen. Aber ohne Frodos Zaudern und Zögern. Rein metaphorisch ist tatsächlich auch das eine oder andere Mal Gollum aufgetaucht und hat das blöde Ding geklaut und alles verzögert. Jetzt sind noch zwei Ringe übrig. Dieses Jahr haben zahlreiche Projekte und Seminararbeiten den Löwenanteil meiner Aufmerksamkeit gefordert. Das Schreiben ist dabei definitiv zu kurz gekommen, aber wie meine liebe Autorenkollegin und Leidensgenossin Isabell Kohlberger neulich so treffend sagte, manchmal liegen die Prioritäten eben so wie sie liegen.

Nun lichtet sich langsam das Feld. Ich kann wieder über andere Dinge nachdenken als über Deadlines – zum Beispiel über den Plot, den ich vor 3 Wochen fertig ausgearbeitet und danach aus Zeitgründen nicht mehr angefasst habe. Geschichten wollen geschrieben werden, und auch wenn es immer noch viel zu tun gibt – inzwischen besteht die realistische Möglichkeit, dass sie tatsächlich geschrieben werden. Auch das freut mich außerordentlich.

Habt einen schönen Tag!

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13 Gedanken zu “Von Helden, Ringen und Schicksalsbergen

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